Eine schwerwiegende Befehlsschmuggel-Sicherheitslücke in der Zimbra Collaboration Suite wird aktuell von Angreifern aktiv ausgenutzt. Das polnische Nationales Sicherheitszentrum (CERT.PL) hat eine Warnung ausgegeben, da bereits Angriffe auf Millionen von Systemen beobachtet werden. Die Schwachstelle ermöglicht es, dass Angreifer ohne Authentifizierung direkt auf den Server zugreifen und beliebigen Schadcode ausführen können.
Zimbra ist ein weitverbreitetes E-Mail- und Kollaborations-System, das von Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen weltweit eingesetzt wird. Schätzungsweise sind bis zu 12'000 Systeme direkt betroffen und vulnerable. Die Sicherheitslücke bietet Angreifern eine direkte Einfallspforte, ohne dass sie sich als berechtigter Benutzer ausweisen müssen.
Ein Befehlsschmuggel-Angriff funktioniert meist so, dass Eingabefelder nicht korrekt validiert werden. Kriminelle können spezielle Befehlszeichenfolgen einschleusen, die der Server dann auswertet und als echte Befehle ausführt. So können Hacker beispielsweise neue Benutzerkonten anlegen, Mail-Inhalte auslesen, Malware installieren oder weitere Systeme im Netzwerk angreifen.
Der Hersteller hat bereits ein Sicherheitsupdate bereitgestellt. Die Dringlichkeit kann nicht überbetont werden: Jeder Tag, an dem ein System nicht aktualisiert ist, ist ein potenzielles Eindringungsfenster für Cyberkriminelle. IT-Teams sollten sofort überprüfen, ob sie Zimbra-Systeme betreiben, und den Patch einspielen.
Für Schweizer IT-Dienstleister mit Kunden, die Zimbra nutzen, bedeutet dies hohe Priorität. Ein schneller proaktiver Kontakt zu betroffenen Kunden, eine zeitnahe Patch-Planung und eine anschliessende Überprüfung auf Verdachtsmerkmale einer bereits erfolgten Kompromittierung sind unerlässlich. Logs sollten auf verdächtige Zugriffe analysiert werden.
