Eine bemerkenswerte Sicherheitsgeschichte zeigt, wie fahrlässig manche Länder mit ihrer kritischen Infrastruktur umgehen. ENUM ist ein technisches System, das Telefonnummern ins Internet-Domain-System (DNS) integriert, um moderne VoIP-Kommunikation zu ermöglichen. Wenn ENUM nicht richtig gesichert ist, entstehen massive Sicherheitslücken.
Eine deutsche Hackerin entdeckte, dass mehrere Inselstaaten ihre ENUM-Domains nicht angemessen geschützt hatten. Sie kaperte diese Domains und konnte dadurch Telefonate abfangen, die über diese Systeme geleitet wurden. Die betroffenen Länder nutzen ENUM für ihre Behördenkommunikation, was bedeutet, dass damit auch militärische und regierungsamtliche Gespräche abhörbar wurden.
Das ist eine kritische Sicherheitsverletzung: Wenn Geheimdienste, Regierungen oder Militär nicht über sichere Kanäle kommunizieren können, entstehen enorme nationale Sicherheitsrisiken. Die Hackerin hatte Zugriff auf hochsensible Informationen.
Problematisch war auch die Reaktion der Sicherheitsbehörden: Sie reagierten nur langsam und erst nach einem Raketenangriff, was vermuten lässt, dass das Problem unterschätzt oder lange nicht ernst genommen wurde. Heute gilt ENUM als veraltet und wird durch modernere Systeme ersetzt.
Für KMU-Betriebe ist die Lehre: Infrastruktur-Sicherheit ist nicht optional. Jedes System, das von aussen erreichbar ist oder kritische Funktionen hat, muss regelmässig auf Schwachstellen überprüft werden. Outsourcing von Infrastruktur-Verwaltung macht nur dann Sinn, wenn der Partner einen bewährten Track Record bei Sicherheit hat. Eigenverantwortung und regelmässige Audits sind essentiell.
