Ein neues Phänomen zeichnet sich in deutschen Verwaltungsbehörden ab: Eine steigende Zahl von Eingaben, Anfragen und Schreiben von Bürgern und Organisationen wird offenbar mit Unterstützung von KI-Systemen verfasst. Behörden merken dies daran, dass Schreiben typische Muster von KI-generierten Texten aufweisen. Dies wirft mehrere praktische und regulatorische Fragen auf.

Einerseits ist es grundsätzlich nichts Falsches, wenn Bürger KI-Tools zur Verfassung von Schreiben an Behörden nutzen. KI kann helfen, komplizierte Sachverhalte verständlich zu formulieren und rechtlich präzise Anträge zu stellen. Besonders für Bürger mit geringen Schreibfähigkeiten kann dies die Zugänglichkeit verbessern.

Andererseits entstehen prakmatische Probleme: Behörden müssen überprüfen, ob Schreiben echt und vollständig von der Person selbst stammen oder nur eine KI-Vorlage ist. Dies ist wichtig für die Authentizität von Anträgen und für die Feststellung, ob die Person den Sachverhalt wirklich verstanden hat. Zudem können KI-generierte Texte manchmal falsche oder irreführende Informationen enthalten, was Bearbeitern mehr Zeit für Recherche kostet.

Eine weitere Herausforderung ist die Massennutzung: Wenn Kampagnen oder Interessensgruppen KI verwenden, um Hunderte ähnlicher Schreiben zu generieren und bei Behörden einzureichen, überlasten diese Behörden faktisch mit bearbeitungsintensiven, künstlich aufgeblähten Eingabenmengen. Für Behörden mit bereits knappen Ressourcen ist dies problematisch.

Dies ist auch eine Frage für KMU-IT-Entscheider: Wenn Unternehmen sich an Behörden wenden, müssen sie transparent sein, wenn KI-Werkzeuge nutzen. Gleichzeitig sollten IT-Profis verstehen, dass es wichtig ist, KI-generierte Ausgaben immer zu überprüfen, bevor sie an offizielle Stellen gehen. Die Regulierung von KI im Verwaltungskontext wird vermutlich in Zukunft klarer definiert werden müssen.