Microsoft arbeitet an einer ungewöhnlichen Anwendung, die systematisch die Suchmaschinen-Standardeinstellung in verschiedenen Browsern ändert. Die App wurde mit dem prägnanten Namen versehen und funktioniert nach einem einfachen Schema: Sie erkennt, welche Browser auf einem System installiert sind, und konfiguriert diese dann automatisch so, dass Bing als Standard-Suchmaschine verwendet wird.
Das Vorgehen ist aggressiv und stiess bereits auf Kritik. Die App beschränkt sich nicht darauf, nur die Systemeinstellungen zu ändern. Sie installiert zusätzlich Browsererweiterungen, die mit Bing verbunden sind. Dies geschieht, ohne dass der Nutzer aktiv zustimmen muss. Für viele Nutzer ist dies ein unerwünschter Eingriff in ihre Systemkonfiguration.
Besonders problematisch ist, dass die App automatisch funktioniert, sobald sie installiert ist. Nutzer, die die App installieren oder herunterladen, könnten nicht vollständig verstehen, welche Änderungen sie an ihrem System vornimmt. Dies verstösst gegen Best Practices für Nutzerfreundlichkeit und Transparenz.
Microsofts Motivation liegt darin, Bing-Marktanteile zu erhöhen. Die Suchmaschine Bing konkurriert seit Jahren mit Google um Marktführerschaft und liegt deutlich dahinter. Durch aggressives Marketing und solche automatisierten Installationen versucht Microsoft, mehr Nutzer zu Bing zu bringen.
Für IT-Dienstleister ist diese Situation relevant bei der Verwaltung von Unternehmens-IT. Wenn Nutzer oder automatisierte Prozesse solche Apps installieren, können unerwartete Änderungen an Browserkonfigurationen entstehen. Dies könnte beispielsweise Konsequenzen für Web-Filtering oder SEO-Richtlinien haben. IT-Teams sollten solche Apps auf ihrer Blocklist haben und regelmässig überprüfen, ob unerwünschte Suchmaschinen-Weiterleitungen in ihrem Netzwerk auftreten. Schulung der Nutzer zum bewussten Installieren von Software ist ebenfalls wichtig.
