Ein Datenschutzkonflikt zeigt, wie KI-Anbieter verstärkt versuchen, Zugang zu sensiblen Unternehmensdaten zu erlangen, besonders wenn Firmen in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Spirit Airlines signalisierte Google Interesse, umfassende Arbeitnehmerdaten aus dem Unternehmen für das Training von Large Language Models zu nutzen. Diese Daten könnten alles enthalten, von Kommunikationsverlauf bis zu Personalinformationen ehemaliger und aktueller Mitarbeiter.

Gewerkschaftsvertreter und Flugbegleiter regtieren mit rechtlichen Gegenmassnahmen. Sie argumentieren zurecht, dass Mitarbeiter bei ihrer Einstellung nicht zugestimmt haben, dass ihre persönlichen Daten an externe KI-Trainingsprogramme fliessen. Eine solche Nutzung verletzt nicht nur Erwartungen von Privatssphäre, sondern tangiert auch sensible Informationen wie Sicherheitsverfahren, Passwörter, interne Prozesse und persönliche Korrespondenz.

Der Fall verdeutlicht ein wachsendes regulatorisches Problem: Während Datenschutzgesetze wie die DSGVO in Europa Einzelpersonen schützen, sind Schlupflöcher bei Unternehmensübernahmen oder Insolvenzen oft vorhanden. Google argumentiert aus geschäftlicher Sicht mit dem Zugang zu wertvollen Trainingsdaten, doch ignoriert dabei grundlegende Datenschutzprinzipien.

Für IT-Dienstleister und ihre Kunden ist dies ein warnsignal. Unternehmen sollten in ihren Datenverträgen klar definieren, wie Daten im Insolvenzfall behandelt werden. KMU-Kunden sollten prüfen, ob ihre Systemintegratoren entsprechende Klauseln in Cloud-Verträgen und Datenverarbeitungsabkommen haben. Die Frage wird immer dringlicher: Welche Kontrolle behält man über Daten, wenn es um KI-Training geht?