Der Bildungsbereich wird weltweit von Cyberkriminellen bevorzugt angegriffen. Dies zeigt eine aktuelle Analyse des Sicherheitsunternehmens Check Point Research, das regelmässig globale Cyberangriffstrends beobachtet und dokumentiert. Der Bildungssektor verdrängt damit selbst Branchen wie das Finanzwesen oder das Gesundheitswesen von der Spitzenposition.

Die Gründe für diese Häufung sind vielfältig. Schulen und Universitäten lagern sensible persönliche Daten von Schülern und Studierenden, verfügen aber oft über begrenzte IT-Budgets und damit vergleichsweise schwächere Sicherheitssysteme als Unternehmen anderer Branchen. Hinzu kommt, dass Bildungseinrichtungen häufig nur begrenzte Fachkräfte für IT-Sicherheit beschäftigen und ihre Systeme oft älter sind als in anderen Sektoren.

Für die Angreifer bietet das Bildungswesen eine attraktive Zielscheibe: Einerseits lassen sich dort grosse Datenmengen erbeuten, andererseits sind Schulen und Universitäten bei der Bezahlung von Lösegeld oft in Schwierigkeiten. Mit Ransomware-Attacken werden regelmässig wichtige Dienste lahm gelegt, sodass Einrichtungen zahlungsfähig werden, um den Betrieb schnellstmöglich wiederherzustellen.

Die Check Point Research zeigt auch auf, dass Angreifer vermehrt auf bestehende Schwachstellen oder aufgeschobene Updates abzielen, statt aufwendige Zero-Day-Exploits zu nutzen. Dies bedeutet, dass viele Angriffe durch prompte Patch-Management hätten verhindert werden können.

Für IT-Dienstleister, die Schulen und Universitäten unterstützen, ist dies ein Zeichen zur erhöhten Wachsamkeit. Es empfiehlt sich, Kundenschulen auf ihre Sicherheitslage hin zu überprüfen, Schulungsangebote für Mitarbeiter zu intensivieren und regelmässige Sicherheits-Audits durchzuführen. Eine Strategie zur schnelleren Behebung von Schwachstellen sollte prioritär umgesetzt werden.