Ein Cyberangriff auf ein britisches Kraftwerk hat zu erheblichen Stromausfällen geführt, die sich über vier Tage erstreckten. Der Vorfall ist ein eindringliches Beispiel dafür, wie verwundbar kritische Infrastrukturen für Cyber-Attacken sind. Kraftwerke und Stromverteilnetze sind typischerweise mit operativen Technologien (OT) ausgestattet, die oft älter sind und nicht zum gleichen Standard gehärtet werden wie konventionelle IT-Systeme.
Ein erfolgreicher Angriff auf solche Systeme kann katastrophale Folgen haben. Tausende von Menschen verloren Stromanschluss, Unternehmen mussten ihre Operationen einstellen, und kritische Dienste wie Krankenhäuser oder Notfalldienste gerieten in Bedrängnis. Dies zeigt, dass Cybersicherheit nicht nur ein IT-Thema ist, sondern unmittelbar nationale Sicherheit und öffentliche Sicherheit betrifft.
Die Angreifer nutzten vermutlich eine Kombination aus anfälligen Fernzugriffssystemen, ungepatchter Software oder Social Engineering, um in die IT-Systeme des Kraftwerks einzudringen. Viele Kritische-Infrastruktur-Betreiber kämpfen damit, ihre operativen Systeme aktuell zu halten, ohne die Produktion zu unterbrechen. Das schafft Sicherheitslücken.
Für Schweizer Betreiber kritischer Infrastruktur und deren IT-Dienstleister ist dies ein Weckruf. Die Anforderungen nach NIS2 (Netzwerk- und Informationssicherheitsrichtlinie) sind nicht bloss regulatorische Compliance: Sie sind notwendig, um solche Angriffe zu verhindern. KMU, die als Zulieferer oder Service-Provider für Kritische-Infrastruktur-Betreiber tätig sind, sollten ihre Sicherheitsmassnahmen verstärken und regelmässige Penetrationstests durchführen. Network Segmentation zwischen IT und OT-Systemen, starke Multi-Factor-Authentication und ein aggressives Patch-Management sind essentiell.
