Ein unerwartetes Hindernis beim Ausbau der Mobilfunknetze in Deutschland ist weder technische noch regulatorische Komplexität, sondern etwas grundlegendes: die Stromversorgung. Wie aktuelle Berichte zeigen, sind Verzögerungen bei der Bereitstellung von Stromanschlüssen ein erhebliches Nadelöhr für den Mobilfunkausbau geworden. Während Mobilfunkmasten selbst gebaut und installiert werden können, nützt das nichts, wenn die notwendige Stromversorgung fehlt.

Besonders bei der Expansion in ländliche und unterversorgten Regionen zeigt sich das Problem deutlich. Ein Mast kann zwar mechanisch errichtet sein und all seine Funkanlagen bereit haben. Doch ohne Stromleitung oder mit Verzögerungen bei der Stromanbindung bleibt er inaktiv. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch wirtschaftlich problematisch. Mobilfunkbetreiber müssen ihre Investitionen weit länger amortisieren, als geplant.

Die Ursachen sind vielfältig. Energieversorger haben ihre eigenen Prioritäten und Kapazitäten. Genehmigungsverfahren für Stromleitungen können langwierig sein. Und in manchen Fällen fehlt es an Koordination zwischen den beteiligten Akteuren. Es gibt zwar gesetzliche Nachbesserungen und Anreize für schnellere Anschlüsse, doch in der Praxis funktioniert das Zusammenspiel noch nicht immer reibungslos.

Für IT-Dienstleister und Infrastrukturplaner ist dies ein Lehrstück in Projektmanagement. Es reicht nicht, einzelne Technologiekomponenten auszubauen; alle abhängigen Systeme müssen koordiniert werden. In der Schweiz, wo solche Infrastrukturprojekte oft besser organisiert sind, bietet sich hier eine Chance: Unternehmen, die Erfahrung mit koordiniertem Ausbau und Bottleneck-Management haben, können Wissen und Best Practices auch nach Deutschland oder in andere Märkte exportieren.