Im Chrome Web Store zirkulieren derzeit mindestens 500 betrügerische VPN-Erweiterungen, die Nutzer systematisch in die Irre führen. Diese gefälschten Plugins geben sich als legitime VPN-Dienste aus, funktionieren aber entweder gar nicht oder leiten Internetverkehr auf unsichere Server um. Sicherheitsforscher haben die Betrugsmasche dokumentiert und Google benachrichtigt, doch die Massnahmen des Unternehmens scheinen bislang unzureichend.
Die betrügerischen Erweiterungen verwenden täuschend echte Namen und Logos bestehender VPN-Anbieter, um Vertrauen aufzubauen. Nutzer installieren sie in guter Absicht, um ihre Internetverbindung zu verschlüsseln, erhalten aber stattdessen ein unsicheres Produkt, das möglicherweise Browserdaten abfängt oder an Dritte weiterleitet. Einige der gefälschten Extensions versprechen kostenlose oder extrem billige Dienste, um Installationen zu generieren.
Das Problem zeigt ein grundsätzliches Versäumnis bei der Überprüfung von Browser-Erweiterungen: Während Google beim App Store für Android strenger kontrolliert, werden Chrome-Extensions mit deutlich weniger Sorgfalt geprüft. Die Verantwortlichen können oft falsche oder unvollständige Informationen hinterlegen und bleiben dadurch unerreichbar, wenn Missbrauch entdeckt wird. Selbst nach Meldungen durch Sicherheitsunternehmen verschwinden viele betrügerische Extensions nicht dauerhaft, sondern werden einfach unter neuem Namen erneut hochgeladen.
Für KMU-Kunden ist dieses Sicherheitsloch besonders kritisch, da auch Mitarbeiter zu Hause oder unterwegs Browser-Extensions installieren könnten und so möglicherweise Unternehmensverkehr gefährden. Eine gefälschte VPN-Extension könnte sensible Geschäftsdaten abfangen oder als Einfallstor für weitere Angriffe dienen. Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern empfehlen, VPN-Lösungen nur direkt von den Anbieterwebseiten zu beziehen und keine Erweiterungen aus dem Store zu nutzen, wenn professionelle Endpoint-Lösungen vorhanden sind.
