Die technologische Entwicklung von Smart Glasses schreitet rasant voran, und damit wächst auch eine neue Bedrohung für die Privatsphäre. Moderne intelligente Brillen mit integrierten Kameras sind äusserlich kaum von gewöhnlichen Brillen zu unterscheiden, was es potenziellen Tätern leicht macht, damit heimliche Videoaufnahmen zu tätigen. Dies schafft eine Situation, in der Personen ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung gefilmt werden können.
Das Problem ist nicht nur technischer, sondern vor allem rechtlicher Natur. In Deutschland und vielen anderen Ländern, einschliesslich der Schweiz, ist das heimliche Aufzeichnen von Personen streng reguliert. Grundsätzlich ist es nicht erlaubt, jemanden zu filmen, wenn diese Person keine Einwilligung gegeben hat, insbesondere nicht in Situationen, in denen Menschen eine reasonable Erwartung an Privatsphäre haben.
Was können Opfer heimlicher Videoaufnahmen tun? Zunächst gilt: Wer beobachtet oder vermutet, heimlich gefilmt zu werden, sollte die verdächtige Person direkt ansprechen und deutlich machen, dass die Aufnahme nicht erlaubt ist. Im Fall eines Nachweises können rechtliche Massnahmen eingeleitet werden. Das Recht auf Privatsphäre ist ein grundlegendes Menschenrecht und wird von Gesetzen wie dem deutschen Kunsturhebergesetz oder dem Strafgesetzbuch geschützt.
Konkrete Schutzmassnahmen sind schwierig, da man Smart Glasses nicht einfach von normalen Brillen unterscheiden kann. Eine gewisse Aufmerksamkeit bleibt wichtig. In Situationen, in denen Privatsphäre besonders wichtig ist, wie in Umkleidekabinen, Badezimmern oder privaten Räumen, sollten Unternehmen und Privatpersonen klare Regeln aufstellen.
Für Arbeitgeber und Betreiber von Räumen, in denen sensible Tätigkeiten stattfinden, ist es ratsam, Policies gegen Videoaufnahmen zu etablieren und diese deutlich zu kommunizieren. Der Einsatz von Kameras zum Schutz vor Überwachung ist in vielen Kontexten nicht praktikabel oder legal, daher bleibt oft nur die rechtliche Abschreckung.
Auch die Gesetzgebung muss mithalten. Länder sollten überprüfen, ob ihre Regelungen für das Zeitalter tragbarer Kameratechnik ausreichend sind und ob weitere Schutzmechanismen nötig sind.
