In der Sicherheitsforschung ist es üblich, Hardware zu analysieren, um Schwachstellen aufzudecken. Ein Forscher der Technischen Universität Darmstadt hat dies auf besonders kreative Weise getan: Er hat die Apple Watch als Software nachgebaut und demonstriert damit signifikante Sicherheitsprobleme bei der drahtlosen Kopplung von Apple-Geräten.

Das Experiment war überraschend erfolgreich: Die im Labor nachgebaute Watch konnte sich mit echten iPhones verbinden, ohne dass iPhone-Nutzer verdächtige Aktivitäten bemerkt hätten. Dies deutet auf Mängel in den Sicherheitsmechanismen hin, die verhindern sollen, dass nicht autorisierte Geräte sich mit iPhones koppeln.

Solche Forschungen sind wertvoll, weil sie Sicherheitslücken aufdecken, die Hersteller dann beheben können, bevor Angreifer sie ausnutzen. Die Nachbau-Methode erlaubt es dem Forscher, detailliert zu studieren, wie die Kopplung funktioniert und wo Schwachstellen liegen. Dies ist einfacher, als die tatsächliche Hardware zu analysieren oder Signale abzufangen.

Für Apple ergibt sich daraus Handlungsbedarf. Der Hersteller sollte seine Kopplungsprotokolle überprüfen und sicherstellen, dass nur echte, verifizierte Apple-Geräte sich mit iPhones und anderen Apple-Produkten verbinden können. Eine stärkere gegenseitige Authentifizierung wäre hier sinnvoll.

Für Unternehmensnutzer, die Apple-Geräte einsetzen, gibt es einige Implikationen. Zum einen sollten sie ihre Geräte-Kopplungshistorien regelmässig überprüfen und unbekannte gekoppelte Geräte entfernen. Zum anderen empfiehlt sich, auf Updates zu warten, die diese Sicherheitslücken schliessen. Für IT-Administratoren in grösseren Organisationen könnte dies auch ein Grund sein, bei der Geräteverwaltung und den Sicherheitsrichtlinien für Apple-Produkte verschärfte Kontrollen einzuführen.