Die Europäische Telekommunikationsindustrie erlebt einen Umbruch bei mobilen Verbindungen im Ausland. Nach Analysen von CCS Insight und der GSMA wächst die Nachfrage nach eSIM-Diensten für internationales Roaming deutlich. Dies liegt an einem grundlegenden Missverhältnis zwischen den tatsächlichen Kosten für Betreiber und den Endkundenpreisen.
eSIM, die eingebettete SIM-Technologie, ermöglicht es Reisenden, sich einfach mit lokalen Mobilfunkanbietern im Ausland zu verbinden, ohne dass eine physische SIM-Karte gewechselt werden muss. Stattdessen wird ein digitales Profil auf das Gerät heruntergeladen. Dies ist besonders praktisch, da es schnell geht und keine Suche nach einem lokalen Anbieter mit physischem Laden erforderlich ist.
Das Kernproblem, das eSIM-Dienste angehen: Traditionelle Roaming-Tarife sind enorm teuer. Reisende zahlen oft mehrfache des normalen Tarifs für Daten, Anrufe und SMS, wenn sie ihr Heimatland verlassen. Die tatsächlichen Kosten für die Betreiber, diese Verbindungen zu provisonieren, sind jedoch deutlich geringer. Diese Gewinnmarge ist einer der Gründe, warum unabhängige eSIM-Anbieter entstanden sind, die lokale Roaming-Pakete zu deutlich besseren Konditionen anbieten.
eSIM-Reise-Dienste funktionieren typischerweise so: Der Nutzer lädt eine App herunter, wählt sein Reiseziel, kauft ein Roaming-Paket für dieses Land und aktiviert das eSIM-Profil. Sofort hat er oder sie Zugang zum lokalen Netzwerk, oft zu einem Bruchteil der Kosten, die der Heimatbetreiber verlangen würde.
Für Geschäftsreisende und Mobile-Arbeiter hat dies erhebliche finanzielle Implikationen. Schweizer KMU mit Mitarbeitern, die häufig ins Ausland reisen, könnten erheblich sparen, indem sie ihre Mitarbeiter auf eSIM-Lösungen hinweisen. Dies gilt besonders für längere Reisen. Unternehmen können auch mit eSIM-Anbietern Vereinbarungen treffen, um zentral Tarife zu verhandeln.
