In einer besorgniserregenden Angriffswelle wurden mehr als 30 Wasserversorgungsunternehmen in Minnesota Opfer von Hackerangriffen. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat nach Analyse der Anschläge mit hoher Wahrscheinlichkeit iranische Hacker als Urheber identifiziert. Die Angreifer zielten gezielt auf die Steuerungstechnik und Überwachungssysteme ab, die für die tägliche Betriebsfunktion kritisch sind.
Solche Angriffe auf kritische Infrastruktur sind ein Alarmsignal. Wasserwerke sind essentiell für die öffentliche Versorgung und Gesundheit. Ein erfolgreicher Cyberangriff könnte theoretisch zu Unterbrechungen, Verunreinigungen oder Störungen im Verteilsystem führen. Die CISA hat daher Behörden und Betreiber aufgefordert, ihre Sicherheitsmassnahmen zu überprüfen und verstärkt zu implementieren.
Das Vorgehen deutet auf eine koordinierte, gut vorbereitete Kampagne hin. Die Angreifer nutzten Techniken, die es ihnen ermöglichten, tiefer in Netzwerke einzudringen und auf industrielle Steuerungssysteme zuzugreifen. Solche Advanced Persistent Threat (APT)-Kampagnen sind typisch für staatlich unterstützte Akteure, die Schwachstellen ausnutzen und lange Zeit unentdeckt bleiben können.
Für Schweizer Unternehmen, insbesondere solche in der Energiewirtschaft oder Infrastrukturversorgung, bietet dieses Ereignis wichtige Lektionen. Es unterstreicht die Notwendigkeit, kritische Kontrollsysteme zu isolieren, Zugriffsrechte zu beschränken und kontinuierlich nach verdächtigen Aktivitäten zu suchen. Auch für KMU im IT-Service ist dies ein Anlass, Kunden in solchen kritischen Sektoren auf deren Schutzmassnahmen hinzuweisen. Regelmässige Sicherheitsaudits und Notfallplanung können im Ernstfall Leben und Betriebssicherheit schützen.
