Die europäische Richtlinie Netzwerk- und Informationssicherheit 2 (NIS2) markiert einen deutlichen Verschärfungsschritt in den Cybersicherheitsanforderungen für Unternehmen. Sie ersetzt die ursprüngliche NIS-Richtlinie und erweitert den Kreis der betroffenen Organisationen erheblich. Neben kritischen Infrastrukturen (sogenannte KRITIS) sind nun auch mittelständische Unternehmen verschiedener Branchen betroffen, darunter Dienstleister, Hersteller und Energieversorger.
Das Ziel ist klar: Durch einheitliche Mindeststandards soll die Infrastruktur Europas widerstandsfähiger gegen wachsende Cyberbedrohungen werden. Gleichzeitig bedeutet NIS2 für viele Organisationen erheblichen Aufwand. Sie müssen Sicherheitsmassnahmen implementieren, ihre Prozesse dokumentieren, Mitarbeiter schulen und bei Vorfällen zeitnah berichten.
Speziell für mittlere Unternehmen stellt dies eine Herausforderung dar: Sie haben oft weniger spezialisierte Ressourcen als Grosskonzerne, müssen aber ähnlich strenge Anforderungen erfüllen. Hier setzt ein spezieller Fachkongress an, der am 16. September in Dortmund stattfindet. Unter dem Titel "NIS2 und KRITIS: Wie der Mittelstand Cyberresilienz aufbaut" werden Praktiker und Experten Best Practices, konkrete Umsetztungsstrategien und Hilfsangebote vorstellen.
Themen werden unter anderem sein: wie man eine Risikoanalyse durchführt, welche technischen und organisatorischen Massnahmen sinnvoll sind, wie man Notfallpläne entwickelt, und welche Unterstützung Verbände, Behörden oder spezialisierte Dienstleister bieten.
Für mittelständische IT-Dienstleister und Unternehmen ist dies hochgradig relevant. Viele Kunden werden in den kommenden Monaten und Jahren zur Unterstützung anfragen. Ein tieferes Verständnis von NIS2-Anforderungen ist daher nicht nur für die eigene Compliance wichtig, sondern auch für die professionelle Kundenberatung. Der Kongress bietet eine gute Gelegenheit, sich aktuelles Wissen zu holen und Kontakte in der Cybersecurity-Community zu knüpfen.
