Der Digital Economy and Society Index (DESI) ist ein Benchmarking-Instrument der Europäischen Kommission, das den Digitalisierungsstand und die digitale Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder misst. Der Index berücksichtigt Faktoren wie digitale Infrastruktur, digitale Kompetenzen, Online-Dienste und Cybersicherheit. Der Bitkom, der Verband der Informationswirtschaft in Deutschland, hat die neuesten 2026-Ergebnisse analysiert.

Das Resultat ist eher enttäuschend für Deutschland. Das Land, das sich oft als eine führende Industrienation sieht, belegt beim DESI 2026 nur noch Platz 17 in der Europäischen Union. Dies ist ein schwaches Ranking für das wirtschaftlich stärkste Land Europas. Deutschland hat an digitaler Wettbewerbsfähigkeit verloren.

Besonders bemerkenswert ist, dass kleinere EU-Länder Deutschland mittlerweile überholt haben. Länder wie Finnland, Niederlande, Belgien und andere zeigen schnellere Fortschritte bei der Digitalisierung. Dies deutet darauf hin, dass manche kleinere Länder agiler und zielgerichteter in ihrer digitalen Transformation vorangekommen sind.

Die Gründe für Deutschlands schwache Platzierung sind vielfältig. Häufig genannte Probleme sind eine fragmentierte digitale Verwaltung, Infrastrukturlücken insbesondere im ländlichen Raum, langsame Breitbandausrollung und ein Mangel an digitalen Fachkräften. Hinzu kommt, dass Bürokratie und Regulierung manchmal Innovation bremsen.

Für Schweizer IT-Dienstleister, die mit deutschen Unternehmen zusammenarbeiten, zeigt dieser Index, dass Deutschland in vielen Digitalisierungsbereichen noch Aufholbedarf hat. Es entstehen daher Chancen, deutsche Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation zu unterstützen. Gleichzeitig zeigt der Index auch, dass Deutschland in den kommenden Jahren massiv in digitale Infrastruktur, Fachkräfteentwicklung und digitale Verwaltungsmodernisierung investieren muss.