Ein erheblicher Sicherheitsvorfall bei Adform zeigt einmal mehr, wie anfällig die Ad-Tech-Infrastruktur des Internets für Cyberangriffe ist. Unbekannte Angreifer haben es geschafft, Malware in ein Script des Werbeplattform-Anbieters einzuschleusen. Dieses kompromittierte Script wird auf tausenden von Webseiten eingebunden, um Werbung anzuzeigen und zu tracken.
Durch diese Kompromittierung wurde der Schadcode automatisch an alle Besucher jener Websites ausgespielt, die das betroffene Adform-Script verwenden. Das bedeutet, dass eine grosse Zahl von Internetnutzern potenziell infiziert wurde, ohne dass sie direkt Opfer eines konkreten Angriffs wurden. Stattdessen geschah die Infizierung passiv, einfach durch den Besuch einer betroffenen Webseite.
Die genaue Natur der Malware und ihre Funktionsweise waren zunächst unklar, aber typischerweise werden solche Angriffe genutzt, um Bankinformationen zu stehlen, Geräte in Botnets einzubinden oder Ransomware zu verbreiten. Adform und betroffene Websites haben schnell reagiert und das kompromittierte Script entfernt, aber der Schaden war bereits angerichtet.
Für Schweizer Unternehmen und Webseitenbetreiber ist dies ein wichtiger Weckruf. Third-Party-Scripts von Werbetechnik-Anbietern, Analytics-Plattformen und ähnlichen Services stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Es wird empfohlen, solche Scripts sorgfältig zu überwachen, nur von vertrauenswürdigen Anbietern zu beziehen und regelmässig auf verdächtige Aktivitäten zu prüfen. Content Security Policy Header können auch helfen, die Auswirkungen zu begrenzen, falls solche Angriffe in Zukunft wieder vorkommen.
