Ein Fall, der viele IT-Verantwortliche aufhorchen lassen dürfte, zeigt sich in den USA: Ein Fernsehsender hat etwa 70 Jahre an Fernseharchivinhalten auf die Cloud-Infrastruktur eines externen Providers ausgelagert. Doch der Anbieter ist insolvent geworden, und nun befindet sich der Sender in einem Rechtsstreit, um Zugriff auf seine eigenen Daten zu erhalten. Die zentrale Problematik dabei: Das Unternehmen verfügt über kein lokales Backup dieser historisch wertvollen Inhalte.

Die Daten sind physisch noch vorhanden und wurden nicht gelöscht, doch der praktische Zugriff darauf ist für den rechtmässigen Besitzer derzeit blockiert. Das Archiv umfasst sieben Jahrzehnte Programmgeschichte und stellt damit eine unersetzliche Ressource dar, sowohl für das Unternehmen selbst als auch für Medienhistoriker und die Öffentlichkeit.

Dieses Szenario verdeutlicht eines der fundamentalen Risiken bei der Auslagerung kritischer Daten in die Cloud: die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit des externen Providers. Während Cloud-Services viele Vorteile bieten, etwa Skalierbarkeit und reduzierte Betriebskosten, können solche Strategien katastrophal werden, wenn der Anbieter wirtschaftliche Schwierigkeiten durchlebt.

Für KMU ist dies eine wichtige Lektion: Auch wenn die Cloud zum Standard in der modernen IT-Infrastruktur geworden ist, sollte niemals die Grundregel vergessen werden, dass kritische Daten lokal gecacht oder gespiegelt werden müssen. Die "3-2-1-Backup-Regel" bleibt zeitlos: mindestens drei Kopien der Daten, auf mindestens zwei verschiedenen Speichermedien, mit mindestens einer Kopie ausserhalb der primären Location. Nur so lässt sich garantieren, dass im Fall einer Cloud-Provider-Krise, Naturkatastrophe oder sonstiger unvorhergesehener Ereignisse die Geschäftstätigkeit nicht gefährdet ist.