Die Lufthansa Group investiert in die Ausrüstung ihrer Flugzeugflotte mit Hochgeschwindigkeits-Satelliteninternet von Starlink. Damit reagiert das Unternehmen auf den zunehmenden Passagier-Bedarf nach stabiler Konnektivität während des Flugs und auf den Druck durch Konkurrenten, die ähnliche Services bereits anbieten.
Der Rollout ist ambitioniert: Rund 850 Flugzeuge der Lufthansa Group (einschliesslich Tochterunternehmen wie Swiss) sollen bis 2029 mit Starlink-Terminals ausgestattet werden. Das Projekt ist technisch komplex, da Flugzeuge ständig ihre Position ändern und eine stabile Verbindung zu wechselnden Satelliten gewährleistet sein muss. Mitte August beginnt ein Pilotflug, um die Technologie unter realen Bedingungen zu testen.
Starlink verspricht deutlich höhere Bandbreiten als die bisherigen Angebote von Lufthansa, die oft auf ältere Technologien wie LTE-Luftfunk setzten. Dies ermöglicht Passagieren, zu streamen, zu arbeiten oder Video-Meetings zu führen, ohne dass der Dienst ständig abbricht.
Aus geschäftlicher Sicht hat das Rollout mehrere Dimensionen. Erstens kann Lufthansa Premium-Passagieren kostenlos oder gegen Gebühr Streaming-Quality-Internet anbieten, was die Attraktivität steigert. Zweitens können Flugzeug-Crew und Wartungs-Teams schneller kommunizieren und diagnostische Daten übertragen. Drittens öffnet sich ein neues Business-Modell: Der Verkauf von Internet-Zugang während Flügen als zusätzliche Einnahmequelle.
Für kleinere Fluggesellschaften oder Geschätsreisende ist dies relevante Infrastruktur-Entwicklung. Während Lufthansa als Grosskonzern die hohen Investitionen in Hardware und Integration tragen kann, werden solche Technologien mittelfristig auch in andere Bereiche diffundieren, etwa in Schiffe oder Züge. Die Kombination von Starlink und Breitband-5G könnte langfristig auch in ländlichen Gebieten Europas Connectivity verbessern.
