Das Active Directory ist das Herzstück der IT-Sicherheit in den meisten Windows-basierten Unternehmensumgebungen. Wenn dieses System kompromittiert wird, kann ein Angreifer potenziell auf alle mit dem Netzwerk verbundenen Ressourcen zugreifen. Aus diesem Grund ist es essentiell, Active Directory durch ein strukturiertes Privilegien-Management zu schützen. Das Enterprise Access Model mit einem Tiering-Ansatz bietet eine bewährte Methode dazu.

Das Tiering-Modell teilt Administratorrechte in mehrere Ebenen auf. Tier 0 enthält die Administratoren des Active Directory selbst, die höchste Privilegien-Stufe. Tier 1 sind Administratoren von kritischen Servern und Infrastruktur-Komponenten. Tier 2 sind Standard-Administratoren für normale Unternehmenssysteme. Durch diese Trennung wird die Angriffsfläche minimiert: Wenn ein Tier-2-Admin-Konto kompromittiert wird, hat der Angreifer nicht automatisch Zugriff auf Tier-0-Systeme.

Eine Schlüsselmassnahme im Tiering-Modell ist die physische und logische Trennung von Workstations je nach Administrations-Ebene. Ein Tier-0-Admin nutzt eine dedizierte, hochgesicherte Workstation, die nur für diese Funktionen genutzt wird. Dadurch wird das Risiko reduziert, dass ein Malware-Befall auf dem privaten Arbeitsgerät auch Tier-0-Credentials kompromittiert.

Für KMU-Betriebe ist dies hochrelevant, denn auch kleinere Unternehmen nutzen Active Directory und haben administrative Konten. Viele KMU verzichten jedoch auf solche strukturierten Sicherheitsmassnahmen aus vermeintlichen Kostengründen. Das ist ein Fehler: Mit relativ einfachen Mitteln, wie dedizierter Admin-Workstations und klaren Privilegien-Policies, lässt sich das Sicherheitsrisiko massiv reduzieren. Ein professioneller Workshop oder ein Security-Audit kann KMU dabei helfen, ein solches Modell zu implementieren. Die Investition rentiert sich durch erheblich reduzierte Sicherheitsrisiken.