Laut der Analysefirma Dell'Oro Group baut Vodafone derzeit 1,8-GHz-Verstärker und NC4000-Nodes des Herstellers Vistance Networks im grossen Stil in sein bestehendes Kabelnetz ein. Dies ist keine zufällige technische Massnahme, sondern eine strategische Vorbereitung auf den kommenden DOCSIS 4.0-Standard.
DOCSIS, das Datenüber-Kabel-Standard-Interface Specification, ist das Protokoll, über das Breitband-Internet über Kabelnetze bereitgestellt wird. Die aktuelle weit verbreitete Version ist DOCSIS 3.1, die typischerweise 10 Gigabit pro Sekunde theoretisch ermöglicht. DOCSIS 4.0 wird diesen Standard massiv übertreffen und symmetrische Geschwindigkeiten von 10 Gigabit uplink und downlink ermöglichen.
Die von Vodafone beschaffte Hardware schafft die notwendige physische Infrastruktur für diesen technologischen Sprung. Die 1,8-GHz-Verstärker behandeln Signale in höheren Frequenzbereichen, die für DOCSIS 4.0 notwendig sind. NC4000-Nodes sind die Verteilpunkte im Netz, die diese Signale verarbeiten und an Endkunden weiterleiten.
Interessant ist, dass Vodafone diese Aufrüstung vergleichsweise diskret durchführt. Dies ist typisch für Infrastruktur-Investments bei etablierten Netzbetreibern, die Kunden nicht mit technischen Details bombardieren wollen, sondern einfach bessere Leistung bereitstellen.
Für Geschäftskunden und KMU, die in Deutschland auf Kabel-Breitband angewiesen sind, ist dies eine positive Nachricht. Der Infrastruktur-Ausbau deutet darauf hin, dass Vodafone weiterhin in Kabel-Netze investiert, statt vollständig auf andere Technologien wie Glasfaser zu setzen. Sobald DOCSIS 4.0 produktiv wird, werden Unternehmen mit Vodafone-Kabelanschlüssen Zugang zu symmetrischen Hochgeschwindigkeitsverbindungen haben, die aktuell oft nur über Glasfaser verfügbar sind. Dies könnte für viele KMU kostengünstiger sein als ein Glasfaser-Anschluss.
