Die digitale Werbeindustrie findet immer neue Wege, um Endnutzer zu erreichen. Während Konsumenten bei Smart-TVs längst an Werbetafeln und Datensammlung gewöhnt sind, warnen Experten nun vor einer ähnlichen Entwicklung im Monitor-Segment. Hersteller beginnen zunehmend, Connected-Features in ihre Monitore zu integrieren, die neben Display-Funktionen auch Werbe- und Tracking-Infrastruktur ermöglichen.
Das Phänomen ist nicht neu: Intelligente Fernseher zeigen seit Jahren Werbung auf dem Startbildschirm an, sammeln Viewing-Daten und tauchen Nutzerinnen und Nutzer in ein Ökosystem aus personalisierten Empfehlungen ein. Für Hersteller ist das äusserst profitabel, da es zusätzliche Einnahmequellen erschliesst. Nun breitet sich dieses Geschäftsmodell auf Büro- und Gaming-Monitore aus, die zunehmend mit Internetkonnektivität und intelligenten Funktionen ausgestattet werden.
Für professionelle Nutzer entstehen dadurch mehrere Probleme. Erstens können Werbung und automatische Benachrichtigungen die Konzentration stören und die Produktivität beeinträchtigen. Zweitens stellt die Datenerfassung ein Datenschutz- und Sicherheitsrisiko dar: Monitore mit permanenten Internetverbindungen und Tracking-Funktionen bilden einen neuen Angriffspunkt für Cyberangriffe oder unbefugte Datensammlung. Drittens entsteht eine Transparenzproblematik: Viele Nutzer wissen gar nicht, dass ihre Monitore Nutzungsdaten erfassen und an Hersteller oder Partner übertragen.
Für Unternehmen und KMU-Kunden ist dieses Szenario problematisch. Ein Büroarbeitsplatz, dessen Monitor ständig Werbung anzeigt oder mit Tracking beschäftigt ist, ist weder professionell noch produktiv. Hinzu kommt: Wenn Geräte ungefragt Nutzungsdaten sammeln, können das zu Compliance-Problemen bei der DSGVO oder anderen Datenschutzrichtlinien führen, besonders wenn diese Daten ohne explizite Einwilligung weitergegeben werden.
Das Phänomen macht deutlich, dass Verbraucher und Unternehmen beim Gerätekauf zunehmend auf Transparenz bezüglich Datensammlung achten sollten. Beim Erwerb von Monitoren lohnt sich ein Blick auf die technischen Spezifikationen: Braucht das Gerät wirklich eine permanente Internetverbindung? Welche Daten werden erfasst? Kann man diese Funktionen deaktivieren? Nur so lässt sich verhindern, dass der Arbeitsplatz zur Werbefläche wird.
