Künstliche Intelligenz revolutioniert nicht nur einzelne Technologien, sondern verändert auch die grundsätzliche Art, wie Teams zusammenarbeiten. Unter dem Begriff «Agentic Engineering» verstehen Fachleute die Integration von KI-gesteuerten Agenten in Softwareentwicklungs- und Geschäftsprozesse, die eigenständig Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen können, ohne dass jedes Mal ein Mensch eingreifen muss.
Ein prominentes Beispiel aus der Praxis zeigt sich in grösseren Unternehmen wie SAP, wo solche KI-Systeme bereits im produktiven Einsatz sind. Diese Systeme können Routineaufgaben drastisch beschleunigen, redundante Schritte eliminieren und Teams effizienter machen. Die Geschwindigkeit bei der Ausführung von Prozessen steigt messbar an.
Allerdings offenbarte sich dabei ein zentrales Problem: Falls ein Prozess von Anfang an schlecht strukturiert oder fehlerhaft ist, führt KI dazu, dass diese Schwächen nicht beseitigt werden, sondern schneller und in grösserem Massstab wiederholt werden. Wenn etwa ein manueller Genehmigungsworkflow fehlerhafte Entscheidungen produziert, verstärkt die Automatisierung dieses Problem exponentiell.
Für KMU ist dies eine wichtige Lehre beim Einsatz von KI-Tools: Der reine Fokus auf Geschwindigkeit ist nicht zielführend. Stattdessen sollten Organisationen vor der Automatisierung ihre Geschäftsprozesse kritisch überprüfen und optimieren. Nur auf Basis gut durchdachter und getesteter Prozesse bringt KI-gestützte Automation echten Mehrwert. Unternehmen, die dies beherzigen, werden nicht nur schneller, sondern auch qualitativ bessere Ergebnisse erzielen und Fehlentwicklungen vermeiden.
