PINE64 ist bekannt für innovative, preiswerte Linux-Hardware wie den PineBook Pro, PineTab und ähnliche Geräte. Das Unternehmen hat nun angekündigt, dass es seine Linux-Produktion einstellen wird. Der Grund: Die Kosten für kritische Komponenten sind kontinuierlich gestiegen.
Speicherchips, besonders RAM und Flash-Speicher, sind der Engpass. Diese Komponenten werden global in der Halbleiterindustrie produziert, und Kapazitätsprobleme, Lieferketten-Störungen und Nachfragespitzen führen regelmässig zu Preissprüngen. Für einen Spezial-Hardware-Hersteller wie PINE64, der kleine Stückzahlen mit dünnen Margen produziert, werden solche Kostensteigerungen schnell unwirtschaftlich.
Dies ist nicht nur ein Problem von PINE64. Viele kleinere Tech-Unternehmen kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen. Selbst Unternehmen, die nur 10 bis 100 Geräte pro Monat produzieren, können nicht mehr mithalten, wenn Hardware-Komponenten 30 oder 40 Prozent teurer werden.
Die breitere Implikation: Der globale Chip-Mangel von 2021 bis 2023 hat sich nicht völlig normalisiert. Bestimmte Speicher-Technologien bleiben knapp und teuer. Experten rechnen damit, dass RAM und Flash-Speicher auf Jahre hinaus nicht zu den günstigen Preisen von vor 2020 zurückkehren.
Für Unternehmen, die Hardware mit Speicher-Komponenten herstellen oder nutzen, bedeutet das: Kostenplanungen müssen realistischer werden. Gebrauchte Hardware wird durch Preissteigerungen attraktiver. Software-Optimierung, um mit weniger RAM und Speicher auszukommen, wird wieder zu einem relevanten Entwicklungs-Thema. Und für KMU: Langfristige Lieferverträge mit fixen Preisen sind kostbar, auch wenn sie heute höher ausfallen als Spot-Preise.
