ChatGPT, das populäre Sprachmodell von OpenAI, hat neuerdings auch eine Werbe-Funktion erhalten. Damit können Werbetreibende ihre Anzeigen in ChatGPT-basierten Diensten schalten. Wie bei vielen Online-Werbenetzwerken auch, können Nutzer diese Werbeanzeigen verwalten, anpassen und auch deaktivieren.

Allerdings gibt es einen Punkt in OpenAIs Werbebedingungen, der Aufmerksamkeit verdient und bereits zu Diskussionen unter Werbetreibenden geführt hat: Wenn ein Werber eine Kampagne pausieren oder stoppen möchte, läuft diese nicht sofort ab. Stattdessen behält sich OpenAI das Recht vor, die Anzeige noch bis zu 24 Stunden weiterlaufen zu lassen. Während dieser Zeit werden dem Werber weiterhin Gebühren berechnet.

Das bedeutet praktisch, dass ein Werbetreibender, der merkt, dass eine Kampagne nicht wie gewünscht läuft, nicht sofort stoppen kann. Stattdessen müssen sie mit zusätzlichen, unerwarteten Kosten rechnen. Dies wird von vielen als unfaire oder zumindest intransparente Praktik wahrgenommen.

Solche Verzögerungen sind in der Werbebranche nicht völlig unbekannt, doch der Umfang von bis zu 24 Stunden ist aus Kundensicht relativ grosszügig. Normalerweise würde man erwarten, dass eine Pausierung oder Stoppanfrage zeitnah umgesetzt wird.

Für KMU und kleinere Unternehmen, die mit OpenAI Werbeanzeigen schalten oder dies zukünftig planen, ist dies ein wichtiger Punkt zu beachten. Sie sollten die Bedingungen genau lesen und verstehen, dass ihre Gebühren möglicherweise noch weiterlaufen, auch nachdem sie versucht haben, eine Kampagne zu stoppen. Dies sollte bei der Budgetplanung und dem Risikomanagement berücksichtigt werden.