Der Internet-Verkehr verändert sich fundamental. Cloudflare hat in einem aktuellen Report dokumentiert, dass über 50 Prozent des globalen Netzwerk-Traffics inzwischen von automatisierten Bots stammt, nicht von menschlichen Nutzern. Dieser Anteil wird hauptsächlich durch KI-Crawler, Datenbank-Agenten und maschinelles Lernen getrieben.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis des massiven Anstiegs von KI-Modellen, die kontinuierlich Daten sammeln, verarbeiten und analysieren. Large Language Models benötigen immense Mengen an Trainingsdaten, und viele Unternehmen laufen kontinuierlich Systeme, die das Internet nach Informationen durchsuchen. Gleichzeitig gibt es legitime Bots von Suchmaschinen, Monitoring-Tools und automatisierten Diensten.

Die Report-Ergebnisse sind jedoch komplex. Nicht alle dieser Bots sind böswillig, und nicht alle sind erwünscht. Ein erheblicher Teil ist Spam, Reconnaissance-Traffic von Angreifern oder illegale Content-Scraper. Gleichzeitig sind viele dieser Bots essentiell für das Funktionieren des modernen Internet, von Google Search bis zu Sicherheits-Scannern.

Für KMU-IT-Manager hat diese Verschiebung praktische Implikationen. Erstens werden traditionelle Web-Analytics ungenauer, weil sie schwer zwischen echten Nutzern und Bot-Traffic differenzieren können. Zweitens belastet die enorme Menge automatisierter Anfragen Web-Server und Netzwerk-Infrastrukturen erheblich. Drittens erfordert dies neue Strategien zur DDoS-Mitigation und Bot-Management. IT-Teams sollten Tools einsetzen, die Bot-Traffic filtern und analysieren können. Gleichzeitig ist es wichtig, legitime Service-Bots nicht zu blockieren, da dies Funktionalität beeinträchtigen kann. Viele Cloud-Provider und CDN-Dienste bieten mittlerweile Bot-Management-Features, die diese Unterscheidung automatisieren können.