Die NIS2-Richtlinie (Network and Information Security Directive 2) ist ein wichtiges regulatorisches Rahmenwerk der Europäischen Union zur Verbesserung der Cybersicherheit kritischer Infrastrukturen. Sie verpflichtet Betreiber essentieller Dienste in Bereichen wie Energie, Verkehr, Wasser, Gesundheitswesen und digitale Infrastruktur, umfassende Sicherheitsmassnahmen zu implementieren und sich entsprechend zu registrieren.

Die Deadline für diese Registrierung endete am 31. Juli 2026. Alle Unternehmen, die als Betreiber kritischer Einrichtungen einzustufen sind, sollten sich bis zu diesem Zeitpunkt angemeldet haben. Dies hätte zu einer hohen Zahl von Registrierungen führen sollen, da in den EU-Ländern Tausende von Organisationen potentiell betroffen sind.

Überraschend zeigt sich jedoch, dass die tatsächlichen Registrierungszahlen deutlich unter den Erwartungen liegen. Dies löst Rätselraten unter Behörden und Sicherheitsexperten aus. Es gibt mehrere mögliche Erklärungen: Möglicherweise haben viele Unternehmen die Frist übersehen oder unterschätzt, ob sie unter die Regelung fallen. Andere könnten bewusst nicht registriert sein, weil sie ihre Einstufung anfechten.

Ein drittes Szenario ist, dass Unternehmen sich verzögert registrieren, weil noch Klarheit über genaue Anforderungen fehlt. Die Interpretation und Umsetzung der NIS2-Richtlinie variiert zwischen den EU-Mitgliedstaaten, was zu Unsicherheit führt.

Für betroffene Unternehmen ist dies ein kritisches Thema. Nicht-Compliance kann zu erheblichen Bussgeldern führen. Unternehmen, die noch nicht registriert sind, sollten dringend überprüfen, ob sie unter NIS2 fallen und ihre Registrierung nachzuholen. IT-Dienstleister und Berater können ihre Kunden unterstützen, die eigene Einstufung zu klären und Registrierungsunterlagen vorzubereiten.