Regulierung von Künstlicher Intelligenz ist komplex, da Fachleute unterschiedliche Ansätze für sinnvoll halten. Die Trump-Administration in den USA hat nun einen neuen Prüfrahmen angekündigt, der KI-Systeme hinsichtlich ihrer Cybersicherheit-Risiken bewertet. Überraschenderweise nimmt dieser Rahmen aber offene und quelloffene KI-Modelle aus.
Der Hintergrund: Proprietary KI-Systeme wie GPT-4 oder Claude können der Staat und private Unternehmen überwachen und prüfen, weil die Anbieter die Kontrolle behalten. Open-Weight-Modelle hingegen sind quelloffene KI-Systeme, die jeder herunterladen, modifizieren und einsetzen kann. Dies macht staatliche Kontrolle deutlich schwerer.
Die neue Policy sieht vor, dass Cybersecurity-Prüfungen vorerst nur auf proprietäre Modelle angewendet werden. Offene Modelle werden nicht reguliert. Dies kann verschiedene Motivationen haben: Einerseits möchte die US-Regierung die rasante Entwicklung quelloffener KI nicht bremsen, anderseits ist unklar, wie man dezentralisierte Systeme überhaupt sinnvoll regulieren kann.
Für europäische und Schweizer Unternehmen hat dies Auswirkungen. Sie müssen verstehen, dass KI-Systeme, die in den USA legal sind, möglicherweise unter europäischer KI-Regulierung strengere Standards erfüllen müssen. Unternehmen, die KI-Modelle einsetzen, sollten also prüfen, welche Modelle sie nutzen, woher diese stammen und ob sie die lokalen Compliance-Anforderungen erfüllen. Gleichzeitig bietet die fehlende Regulierung von offenen Modellen Chancen für agile Unternehmen, die schnell mit neuer KI-Technologie experimentieren möchten.
