Zero Trust ist ein Sicherheitsparadigma, bei dem keine Verbindung oder Benutzer automatisch vertraut wird, sondern jeder Zugriff kontinuierlich überprüft und validiert werden muss. Bislang wurde die Einführung von Zero Trust oft als grosse, komplexe Transformation wahrgenommen. Ein neuer Ansatz namens „Minimum Viable Zero Trust" zeigt, dass eine Einführung auch in kürzerer Zeit möglich ist.

Das Konzept lehnt sich an das aus agiler Softwareentwicklung bekannte „Minimum Viable Product" Prinzip an. Statt zu versuchen, Zero Trust in seiner perfekten, kompletten Form einzuführen, konzentriert sich dieser Ansatz auf wenige, aber kritische Basiselemente, die den grössten Sicherheitsgewinn bringen. Dies könnten beispielsweise Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Nutzer, Mikrosegmentierung kritischer Systeme oder kontinuierliche Monitoring-Mechanismen sein.

Der praktische Vorteil liegt darin, dass Organisationen schneller von Zero Trust Prinzipien profitieren, ohne dabei alle Prozesse vollständig umbauen zu müssen. In nur 90 Tagen lässt sich so eine Grundlage schaffen, auf die man später aufbauen kann. Dies reduziert die Komplexität, senkt die Einstiegsbarriere und ermöglicht es Organisationen, Erfahrungen zu sammeln, bevor weitere Verbesserungen implementiert werden.

Für KMU ist dieser Ansatz besonders attraktiv. Viele kleinere und mittlere Unternehmen haben begrenzte Ressourcen und können nicht wie Grossunternehmen eine Jahre dauernde, komplexe Sicherheitstransformation durchführen. Ein iterativer, pragmatischer Ansatz, der in 90 Tagen erste konkrete Ergebnisse liefert, ist realistischer und motivierender. IT-Dienstleister können diesen Ansatz ihren Kunden empfehlen und helfen, die ersten Schritte zu setzen. Mit Basis-Massnahmen zur Identitätsverification und Zugriffskontrolle können KMU ihre Sicherheitslage bedeutsam verbessern, ohne dabei ihre IT-Abläufe zu sehr durcheinander zu bringen.