Eine gross angelegte Phishing-Kampagne hat Kryptowährungs-Nutzer ins Visier genommen. Die betroffenen Personen erhielten E-Mails, die vorgeben, von bekannten Krypto-Service-Anbietern wie Trezor, Bitbox und Cointracking zu stammen. Das Perfide: Die E-Mails wurden tatsächlich von echten Support-Adressen dieser Unternehmen versendet, weil ein E-Mail-Marketing-Anbieter, den diese Firmen nutzen, kompromittiert wurde.
Dies ist ein besonders raffinierter Angriffsvektor. Während normale Phishing-E-Mails oft durch fehlerhafte Adressen oder verdächtige Inhalte enttarnt werden, erschienen diese E-Mails den Empfängern vollkommen legitim. Sie kamen von echten Domains und hatten alle Merkmale echten Supports. Nutzer, die auf Links klickten oder ihre Anmeldedaten eingaben, wurden zur Eingabe sensibler Informationen verleitet.
Der Ursprung des Vorfalls liegt bei dem E-Mail-Marketing-Dienstleister, den diese Krypto-Firmen zur Verwaltung ihrer Kundenkommunikation nutzen. Angreifer gelangten in diese Plattform und nutzten sie, um die Phishing-E-Mails zu versenden. Dies zeigt ein grundlegendes Sicherheitsrisiko: Wenn Unternehmen ihre Kommunikation über zentrale Dienste abwickeln, wird dieser Dienst selbst zur potenziellen Angriffsfläche.
Für KMU und alle Unternehmen, die E-Mail-Marketing-Tools nutzen, ist dies eine wichtige Lektion. Es ist essentiell, die Sicherheit dieser Plattformen regelmässig zu überprüfen und zu prüfen, ob verdächtige Aktivitäten vorliegen. Mitarbeiter sollten geschult werden, Phishing-E-Mails zu erkennen, auch wenn die technischen Merkmale korrekt wirken. Zusätzlich sollten kritische Kommunikationen nicht allein auf automatisierte E-Mail-Systeme verlassen, sondern auch durch zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen (wie Multi-Faktor-Authentifizierung) geschützt werden.
