Der TV-Hersteller LG hat sich zu Datenschutz-Kontroversen rund um Smart-TV-Tracking geäussert, nachdem Fachjournalisten detaillierte Untersuchungen durchgeführt haben. Im Zentrum der Kritik steht eine Funktion namens ACR, die für Automatic Content Recognition bekannt ist. Diese Technologie erfasst und analysiert, was auf den Geräten angeschaut wird, um Daten für Werbezwecke zu sammeln.
LG betont in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen Datenschutz ernst nehme und dass die ACR-Funktion transparent in den Geräteeinstellungen sichtbar sei. Nutzer könnten diese deaktivieren, wenn sie nicht an Werbedatensammlung teilnehmen möchten. Das Unternehmen argumentiert zudem, dass ACR ein branchenweiter Standard sei und viele andere Hersteller ähnliche Funktionen nutzen würden.
Kritiker sind jedoch mit dieser Antwort nicht zufrieden. Sie weisen darauf hin, dass für durchschnittliche Nutzer nicht klar genug ist, welche Datenmengen erfasst werden und an wen diese weitergegeben werden. Zudem wird bezweifelt, dass einfache Deaktivierungsoptionen genug sind, wenn die Funktionen standardmässig aktiviert sind. Die Kontroverse zeigt einen breiteren Trend: Consumer-Elektronik wird zunehmend zur Datensammlung genutzt, ohne dass Nutzer dies immer verstehen oder akzeptieren.
Für Schweizer IT-Sicherheitsverantwortliche und Datenschützer ist dies ein wichtiger Fall, der zeigt, wie Datenschutz in der Praxis scheitern kann. Unternehmen sollten ihre Beschaffungsrichtlinien überprüfen und mit Herstellern verhandeln, um schwächere Tracking-Funktionen oder bessere Kontrolloptionen zu erreichen. Smart-TVs in Büros oder Schulungen sollten daraufhin überprüft werden, ob sie unbewusst Daten sammeln.
