Die Idee der Datensouveränität ist für Unternehmen und Regierungen zunehmend attraktiv geworden. Es bedeutet, dass ein Unternehmen die volle Kontrolle über seine Daten und IT-Infrastruktur behält, ohne diese an externe Cloud-Anbieter auszulagern. Diese Souveränität bietet Schutz vor Überwachung, Regulierungszwang durch andere Länder und Abhängigkeit von kommerziellen Anbietern.
Das Problem: Der Aufbau einer eigenen, souveränen IT-Landschaft ist teuer und komplex. Es braucht spezialisiertes Personal, moderne Hardware, Sicherheitszertifizierungen (wie ISO 27001 oder branchenspezifische Standards), Redundanzsysteme, physische Sicherheit und vieles mehr. Für kleine und mittlere Unternehmen übersteigt das die verfügbaren Ressourcen deutlich. Selbst grössere Unternehmen müssen abwägen, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist.
Hier kommt der Ansatz der "Shared Sovereignty" ins Spiel: Mehrere Unternehmen mit ähnlichen Anforderungen bündeln ihre Ressourcen und bauen gemeinsam eine autarke IT-Infrastruktur auf. Die Kosten für Infrastruktur, Personal und Betrieb werden geteilt, ebenso wie die Zertifizierungsaufwände. Gleichzeitig behält jedes Unternehmen die volle Datensouveränität und Kontrolle über seine eigenen Systeme und Daten.
Das Konzept hat mehrere Vorteile: Kostenersparnis durch Skalierung, Reduzierung des Betriebsrisikos durch gemeinsame Ressourcen, schnellere Zertifizierungen und ein besserer Return on Investment. Gleichzeitig bleibt die Autonomie gewährleistet, da jeder Teilnehmer isolierte Ressourcen hat und nicht von anderen abhängig ist.
Für Schweizer KMU ist das Modell hochinteressant, besonders für jene, die regulatorischen Anforderungen unterliegen oder sensible Daten verarbeiten. Ein solches Konsortium könnte beispielsweise mehrere Schweizer Finanzunternehmen, Versicherer oder Gesundheitsdienstleister zusammenbringen. Es empfiehlt sich, nach bestehenden Initiativen zu suchen oder mit Partnern zu prüfen, ob gemeinsamer Aufbau eigener Infrastruktur wirtschaftlich sinnvoll ist.
