Die Halbleiterindustrie ist strategisch essentiell geworden. Chips sind in fast jedem modernen Gerät vorhanden: Smartphones, Autos, Server, medizinische Geräte und IoT-Systeme. Deshalb wollen Länder ihre Chipfertigung in die Hand nehmen oder stärken. Ein Unternehmen spielt dabei eine zentrale Rolle: ASML aus den Niederlanden.

ASML ist nicht selbst ein Chipfertiger. Stattdessen stellt ASML die extrem komplexe Ausrüstung her, die zum Fabrizieren moderner Chips notwendig ist. ASML's Lithographiemaschinen sind weltweit nicht zu ersetzen, insbesondere für die Herstellung der kleinsten und leistungsfähigsten Chips. Dies macht ASML zu einem kritischen Engpass in der globalen Chipversorgung.

Deshalb konkurrieren Länder erbittert darum, ASML-Fabriken in ihre Länder zu bringen. China mit seiner riesigen Wirtschaft, die USA mit ihrer Sicherheitsbedürfnis, und andere Länder bieten ASML massive finanzielle Anreize: Steuerbefreiungen, Infrastruktur-Subventionen, Regulierungs-Vereinfachungen.

Bemerkenswert ist, dass ASML beklagt, dass Europa diese Bemühungen nicht ausreichend erwidert. Die USA und Asien legen rote Teppiche aus, wie ASML-Führungskräfte sagen. Europa dagegen scheint zögerlich. Dies ist besorgniserregend für europäische Regierungen, die die strategische Abhängigkeit von Halbleitern von aussereuropäischen Akteuren reduzieren möchten.

Dies ist kein rein niederländisches oder europäisches Problem. Die Chipversorgung betrifft auch die Schweiz und andere Länder, da die meisten modernen Technologien Chips benötigen. Eine Lieferkette, die zu sehr auf Amerika oder China konzentriert ist, kann Risiken mit sich bringen.

Für KMU bedeutet dies langfristig: Chipknappheit könnte zu höheren Kosten und längeren Lieferzeiten führen. Ein starkes europäisches Chipfertigungsökosystem könnte diese Risiken reduzieren. Daher sind die Investitionen in ASML und die heimische Chipfertigung langfristig relevant für die technologische Eigenständigkeit der Schweiz und Europas.