Australien verabschiedete Ende 2024 ein kontrovers diskutiertes Gesetz, das unter 16-Jährigen den Zugang zu sozialen Medien untersagt. Knapp ein halbes Jahr später zieht Meta eine erste Bilanz: Das Unternehmen hat über 750.000 Accounts von Minderjährigen entfernt, die dies Gesetz betroffen sind. Die Zahl ist bemerkenswert und unterstreicht die Bedeutung sozialer Medien für diese Altersgruppe.
Das australische Gesetz ist weltweit eines der restriktivsten und kann als Testfall für andere Länder betrachtet werden. Die Plattformen müssen überprüfen, ob Nutzer das Mindestalter erreicht haben, und dürfen entsprechend alte Accounts löschen. Technisch ist dies eine Herausforderung, da Altersverifikation online schwierig ist und Datenschutzbedenken aufwirft. Meta nutzt eine Kombination aus Dokumentprüfung, Selbstangaben und möglicherweise KI-gestützten Verfahren, um die Altersangaben zu verifizieren.
Die australische Massnahme wirft wichtige Fragen auf: Werden andere Länder folgen? Könnte die Schweiz oder die EU ähnliche Regelungen erwägen? Wie können Plattformen Altersverifikation datenschutzkonform umsetzen? Und was passiert mit den 750.000 Jugendlichen, die abrupt keinen Zugang mehr haben? Sie könnten auf VPNs ausweichen, zu weniger regulierten Plattformen wechseln oder sich ganz vom sozialen Web abmelden.
Für Schweizer Unternehmen ist dies ein Signal, dass Regulierung sozialer Medien an Fahrt aufnimmt. Wer dort als Arbeitgeber, Bildungseinrichtung oder Service-Provider präsent ist, muss sich auf mögliche Altersverifikationspflichten vorbereiten. Auch die Marketing-Strategien könnten betroffen sein, falls ähnliche Regeln in der Schweiz eingeführt würden. Darüber hinaus zeigt das australische Beispiel, dass regulative Eingriffe in Tech-Plattformen schnelle, weitreichende Konsequenzen haben, auf die sich Unternehmen einstellen müssen.
