Ein aktueller Bericht des Personaldienstleisters Robert Half, der global tätig ist, widerlegt eine weit verbreitete Befürchtung: KI und Cloud-Computing verdrängen nicht die Nachfrage nach klassischen Softwareentwicklern. Im Gegenteil, die Stellennachfrage für Softwareentwicklung bleibt auf hohem Niveau und sinkt nicht merklich.

Das ist aus mehreren Gründen überraschend und zugleich beruhigend für Unternehmen in dieser Branche. Erstens zeigt es, dass KI-Tools zwar den Entwicklungsprozess beschleunigen können, aber nicht dazu führen, dass weniger Entwickler benötigt werden. Stattdessen entstehen neue Anforderungen: Entwickler müssen lernen, mit KI-Werkzeugen zu arbeiten, Code zu überprüfen und zu validieren, den KI generiert hat. Zweitens wächst die Gesamtmenge an Softwareprojekten weiter, weil mehr Unternehmen digitalisieren.

Allerdings gibt es Nuancen: Während klassische Softwareentwicklung stabil bleibt, sind andere IT-Fachrichtungen noch gefragter. Dazu gehören beispielsweise Cloud-Architekten, IT-Sicherheitsspezialisten und KI/Machine-Learning-Ingenieure. Diese Bereiche verzeichnen sogar schnelleres Wachstum. Der Markt differenziert also stärker nach Spezialisierungen.

Für Schweizer IT-Dienstleister und deren Kunden hat dieser Trend mehrere Implikationen: Erstens sollten Unternehmen in klassische Softwareentwicklung investieren, ohne Angst vor Obsoleszenz. Zweitens müssen sie aber auch neue Kompetenzen aufbauen, insbesondere in Cloud und Sicherheit. Drittens zeigt sich ein starker Fachkräftemangel, der wahrscheinlich anhält. IT-Ausbildung und Recruitment werden zu strategischen Faktoren. Dienstleister sollten überlegen, wie sie Kunden helfen können, diese Fachkräftelücke zu schliessen, etwa durch geschulte Freelancer-Netzwerke oder Schulungspartnerschaften.