In einem breit getragenen Aufwuf haben über 100 führende Unternehmen der Tech-, Security- und Infrastruktur-Branche einen offenen Brief unterzeichnet, der von OpenAI lanciert wurde. Der Brief fordert Regierungen, Unternehmen und die internationale Gemeinschaft zu urgenten Massnamen im Bereich Cybersecurity und Cyberresilienz auf.
Unterzeichner sind prominente Namen wie Anthropic, Cisco, Dell, die Deutsche Telekom, Google, IBM, Microsoft und Oracle. Diese Kombination ist bemerkenswert, da sie sowohl Konkurrenten (wie Google und OpenAI, oder Microsoft und Google) als auch Akteure aus verschiedenen Industrie-Bereichen umfasst. Das deutet darauf hin, dass das Thema Cybersecurity existenzielle Bedeutung über alle Grenzen hinweg hat.
Die Hauptforderungen des Briefs konzentrieren sich darauf, dass traditionelle Cybersecurity-Ansätze nicht ausreichen werden, um mit modernen und zukünftigen Bedrohungen Schritt zu halten. Speziell wird die Aufbauphase für Cyberresilienz-Fähigkeiten betont: Diese müssen jetzt beginnen, nicht erst, wenn grosse Anschläge erfolgt sind. Der Brief warnt auch vor der Tendenz, Cybersecurity-Investitionen aufzuschieben oder zu unterfinanzieren, bis es zu spät ist.
Das Thema gewann zusätzliche Dringlichkeit durch die Diskussion über KI-gestützte Cyberangriffe, die schneller und in grösserem Massstab möglich sind. Der Brief verbindet damit explizit die Chancen und Risiken von KI: Während KI auch Verteidigungsfähigkeiten verbessern kann, vergrössert sie auch das Angriffsrepertoire.
Für Regierungen bedeutet das einen Aufruf, nationale Cybersecurity-Strategien zu überarbeiten und mehr Ressourcen zu allokieren. Für Unternehmen, besonders in kritischen Infrastrukturen, bedeutet es ein Signal, dass Regulierung in diesem Bereich wahrscheinlich zunehmen wird und dass freiwillige Standards und Best Practices nicht ausreichen.
Für KMU-IT-Dienstleister bietet das einen Anlass, ihre Kunden aktiv auf Cybersecurity-Defizite hinzuweisen und dabei nicht nur taktische Verbesserungen (wie Patchmanagement) zu adressieren, sondern auch strategische Aspekte wie Notfallplanung, Segmentierung und Monitoring. Der Brief legt nahe, dass dies nicht Luksus, sondern Notwendigkeit ist.
