Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen durchdringt zunehmend auch den Einzelhandel. Ein wichtiger Aspekt dieses Wandels betrifft die Quittungen und Kassenbelege. Bisher war im deutschsprachigen Raum ein Papierbon oft obligatorisch für jede Transaktion. Das deutsche Bundeskabinett hat jetzt einen Fahrplan verabschiedet, der dies grundlegend verändern wird.

Der neue Plan sieht vor, dass ab dem Jahr 2028 die Pflicht zum Druck von Papierbons entfällt. Stattdessen können Einzelhandelsbetriebe ihre Kassenbons digital bereitstellen. Der Kunde könnte dann seine Quittung per E-Mail, SMS, App oder auch in einem zentralen System empfangen.

Dies ist aus mehreren Perspektiven sinnvoll. Aus ökologischer Sicht reduziert die Elimination von Millionen von täglich gedruckten Bons erhebliche Papierabfälle. Aus wirtschaftlicher Sicht sparen Einzelhandelsbetriebe Kosten für Papier, Drucker und Wartung. Aus Kundensicht ist ein digitaler Bon komfortabler, da er nicht verloren gehen kann und leicht archiviert werden kann.

Für den Einzelhandel und die mit ihm verbundene IT-Infrastruktur ist dies eine wichtige Veränderung. Kassensysteme müssen angepasst werden, um digitale Bons zu generieren und zu verwalten. Dies wird ein Investitionsthema für Einzelhandelsbetriebe und deren IT-Dienstleister.

Auch für KMU im Einzelhandel ist dies relevant. Die Anpassung bestehender Kassensysteme könnte Kosten verursachen, aber auch Möglichkeiten eröffnen. Ein digitales Bon-System ermöglicht eine bessere Verfolgung von Kundentransaktionen, was für Loyalitätsprogramme, Marketinganalysen und Geschäftsplanung wertvoll ist.

Die Übergangsfrist bis 2028 gibt Organisationen Zeit zur Vorbereitung. Es ist ratsam, dass Einzelhandelsbetriebe bereits jetzt mit ihrer IT-Infrastruktur überprüfen, wie ein Übergang zu digitalen Bons gestaltet werden könnte. Dies könnte auch eine Gelegenheit sein, Kassensysteme modernsert zu aktualisieren und damit insgesamt effizienter zu arbeiten.