Ein Detailfund bei der Analyse von Windows 11 offenbart ein grundsätzliches Problem mit Microsofts Architektur-Entscheidungen: Die Wetter-App des Betriebssystems benötigt etwa 1,2 Gigabyte RAM. Eine verhältnismässig simple Anwendung, die nur aktuelle Wetterdaten anzeigt, verbraucht damit erheblich mehr Speicher als erwartet.
Der Grund liegt in Microsofts Strategie, viele System-Anwendungen als Web-Apps zu implementieren. Diese basieren auf HTML, CSS und JavaScript, laufen in einem Browser-ähnlichen Container und sind damit weniger speichereffizient als klassische native Applikationen. Der Vergleich ist aussagekräftig: Die Wetter-App in macOS benötigt etwa 200 Megabyte RAM, also ein Fünftel des Windows-Verbrauchs.
Dieser Unterschied wirkt sich kumulativ aus. Wenn eine Wetter-App 1 GB benötigt, was verbrauchen dann E-Mail, Notizen, Kalender und andere System-Apps zusammen? Bei Systemen mit limitiertem RAM oder älteren PCs führt dies zu merklichen Performance-Einbussen. Der Hintergrund dieser Entscheidung ist nachvollziehbar: Microsoft möchte eine einzige Code-Basis für alle Plattformen nutzen, um Entwicklungskosten zu senken. Die technische Schuld trägt jedoch der Endnutzer.
Für Unternehmen und KMU ist dies ein praktisches Argument für IT-Planung. Bei der Auswahl von Hardware und Betriebssystem-Updates sollte berücksichtigt werden, dass Windows 11 mit mehr RAM-Ausstattung arbeiten muss als frühere Versionen. Was früher mit 8 GB genügte, benötigt heute mindestens 16 GB für flüssiges Arbeiten. Dies verteuert sowohl neue Anschaffungen als auch die Lebenszykluskosten bestehender Systeme.
