Quantencomputer versprechen, bestimmte Probleme exponentiell schneller zu lösen als klassische Computer. Doch welche Technologie wird sich durchsetzen? Das war lange eine offene Frage. Während Unternehmen wie IBM auf supraleitende Qubits setzen, verfolgt Google mittlerweile auch den Ansatz mit neutralen Atomen. Dies ist ein Paradigmenwechsel in der Quantencomputer-Industrie.

Das Startup planqc aus Deutschland hat sich auf diese Technologie spezialisiert. Neutral atoms sind Atome, die keinen Nettoladung haben und mit Lasern präzise manipuliert werden können. Der Vorteil gegenüber supraleitenden Qubits ist potenziell höhere Stabilität und weniger komplexe Kühlungsanforderungen. Allerdings ist die Technologie noch früher in der Entwicklung als etablierte Ansätze.

Bemerkenswert ist, dass planqc, obwohl das Unternehmen noch kein kommerzielles Gerät ausgeliefert hat, bereits als Konkurrent für etablierte Quantencomputer-Hersteller wahrgenommen wird. Das zeigt, wie schnell sich das Feld bewegt und wie offen noch die Frage nach der dominanten Technologie ist. Google hat bereits angekündigt, neutral-atom-basierte Quantencomputer in seinen Cloud-Services anzubieten, was planqc und anderen Anbietern einen Rückenwind gibt.

Die Technologie hat noch Jahre der Forschung und Entwicklung vor sich, bis sie produktionsreif ist. Dennoch ist dies ein Zeichen dafür, dass der Quantencomputing-Markt reifen wird und alternative Technologien eine echte Chance haben.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass Quantencomputing weiterhin in der Zukunftsperspektive bleiben wird, aber mit realistischen Zeitrahmen. Organisationen sollten bereits heute überlegen, welche Probleme sie möglicherweise mit Quantencomputern lösen könnten, etwa Optimierungsprobleme in Logistik, Finanzmodellierung oder Materialwissenschaften. Cloud-Provider werden vermutlich Zugang zu Quantencomputern anbieten, bevor Unternehmen sie intern betreiben. Die Swiss KMU sollten Developments verfolgen und gegebenenfalls erste Experimente mit Cloud-basiertem Quantum-Computing starten, um das Feld zu verstehen.