Der Halbleitermarkt ist geprägt von ständiger Miniaturisierung. Huawei zeigt jetzt Ambitionen, diese Grenzen zu verschieben. Der neue Kirin 9050 Pro nutzt eine Technologie namens Logic Folding, die Huawei unter anderem auch wegen der US-Sanktionen selbst entwickelte, da der Zugang zu den feinsten Fertigungsprozessen von TSMC und anderen westlichen Herstellern eingeschränkt ist.
Logic Folding ist eine Architektur-Innovation, bei der die Transistoren und die Logik-Schichten anders angeordnet werden als in traditionellen 3D-Transistor-Ansätzen. Das Ziel ist, die Transistordichte zu erhöhen, ohne dass die Fertigung noch feinere Strukturgrössen braucht. Theoretisch könnte dies es Huawei ermöglichen, Leistung und Effizienz zu steigern, ohne auf die neuesten westlichen Fertigungsknoten angewiesen zu sein.
Allerdings ist Skepsis angebracht. Huawei hat in der Vergangenheit ehrgeizige Ankündigungen gemacht, die sich später als weniger überzeugend herausgestellt haben. Die früheren Ambitionen des Unternehmens, Chips im 5-Nanometer-Bereich selbst zu fertigen, wurden nicht erfüllt. Unabhängige Analysen werden zeigen müssen, ob der Kirin 9050 Pro wirklich die versprochene Leistung liefert.
Für das breitere IT-Ökosystem ist diese Entwicklung dennoch bedeutsam. Sie zeigt, dass Tech-Unternehmen unter Druck innovativ werden. Huawei sucht nach Wegen, die Abhängigkeit von westlichen Halbleiter-Lieferketten zu reduzieren. Das hat geopolitische Implikationen, aber auch Folgen für Wettbewerb und Innovationsgeschwindigkeit in der Branche insgesamt. Unternehmen, die Hardware einsetzen oder bewerten, sollten solche technologischen Verschiebungen im Auge behalten.
