Die US Census Bureau hat eine Studie veröffentlicht, die dokumentiert, dass die Einführung von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) wie ChatGPT unmittelbare negative Auswirkungen auf die Arbeitsmarktchancen und Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen hat. Die Forschung zeigt ein differenziertes Bild: Während bestimmte Absolventen mit KI-bezogenen Fähigkeiten bessere Chancen haben, erleben andere eine Verschlechterung ihrer Perspektiven.

Das wichtigste Erkenntnisses der Studie ist, dass Arbeitgeber generativ KI zunehmend als Werkzeug einsetzen, um weniger erfahrene Arbeitskräfte zu ersetzen. Dies führt zu zwei gegensätzlichen Trends: Einerseits gibt es eine starke Nachfrage nach Absolventen, die KI-Systeme nutzen, mit KI-Tools arbeiten, oder sie verstehen können. Andererseits wird die Nachfrage nach klassischen Einstiegspositionen, die bisher Absolventen offenstanden, reduziert.

Die Studie legt nahe, dass Absolventen ohne spezifische KI-Qualifikationen nicht nur weniger Jobs zur Verfügung haben, sondern auch mit niedrigeren Einstiegsgehältern rechnen müssen, wenn sie Positionen erhalten. Dies könnte ein anhaltender Trend sein, der sich verstärkt, je mehr KI in die Arbeitsabläufe von Organisationen integriert wird.

Für Schweizer Organisationen und KMU hat dies mehrere Implikationen: Erstens werden KI-Kompetenzen zu einer Standard-Qualifikation für viele Rollen. Zweitens werden Organisationen verstärkt KI-Training für ihre bestehenden Mitarbeitenden anbieten müssen, um deren Relevanz zu wahren. Drittens könnte der Lohnwettbewerb für spezialisierte KI-Rollen weiter anziehen. KMU sollten überdenken, wie sie ihre Belegschaft für die KI-Wirtschaft vorbereit, sei es durch interne Schulungen, gezielte Neueinstellungen oder Partnerschaften mit Schulungs- und Weiterbildungsanbietern. Ein proaktiver Ansatz zur KI-Integration und -Schulung wird wettbewerbsentscheidend.