Das Entry/Exit System (EES) der Europäischen Union ist eine zentrales Infrastruktur-Projekt: Es dokumentiert elektronisch Ein- und Ausreisen von Personen in den Schengen-Raum und soll Sicherheit und Kontrolle verbessern. Doch der operative Betrieb offenbart erhebliche Schwächen.
Während der Hauptreisesaison kam es zu wiederholten Ausfällen des Systems. Die Ursache ist banal und doch kritisch: Es fehlt an ausreichend Personal, um das System rund um die Uhr zu überwachen und zu betreiben. Bei Problemen oder Sicherheitsvorfällen wird das System notfalls abgeschaltet, um grössere Schäden zu vermeiden. Dies führt aber zu unmittelbaren Auswirkungen für Reisende: Lange Wartezeiten an Grenzkontrollschaltern und verpasste Flugverbindungen.
Für die IT-Infrastruktur ist dies ein klassisches Problem: Grosse, sicherheitskritische Systeme erfordern kontinuierliche Überwachung und schnelle Reaktionsfähigkeit. Das erfordert ausreichend qualifiziertes Personal. Offenbar war dieser Aspekt bei der Planung oder Budgetierung des EES-Projekts nicht ausreichend berücksichtigt.
Für Unternehmen ist dies ein warnendes Beispiel. Wenn Sie Ihre eigenen kritischen Systeme betreiben oder in die Cloud auslagern, ist ausreichende Ressourcenplanung für den operativen Betrieb essentiell. Ein System, das häufig ausfällt oder abgeschaltet werden muss, ist weniger wert als ein einfacheres System, das zuverlässig läuft.
Für Reisende und Geschäftsleute ist EES aktuell eine Verlässlichkeitsrisiko. Die Behörden müssen schnell zusätzliches Personal aufbauen, um das System stabil zu betreiben.
