ICQ, eines der ältesten und kultigsten Instant-Messaging-Systeme, erlebt eine unerwartete Renaissance. Nachdem der ursprüngliche Dienst 2024 eingestellt wurde, hat die Community die Gelegenheit ergriffen und ein Projekt namens ICQ Reborn gestartet, das den Klassiker neu zum Leben erweckt.
ICQ war in den 1990er und 2000er Jahren ein Phänomen. Vor SMS und modernen Messaging-Apps war ICQ das Mittel, um online mit Freunden zu chatten. Mit seiner einfachen Benutzeroberfläche, den charakteristischen Sounds ("Uh-Oh", wenn jemand online kam) und der persönlichen ICQ-Nummer schuf das Programm eine ikonische Nutzer-Erfahrung, die bis heute in der Nerd-Kultur nachwirkt.
Das neue ICQ Reborn basiert auf Community-Effort und möchte das Original-Erlebnis nachbilden. Dies umfasst nicht nur die klassische GUI, sondern auch die legendären Notification-Sounds und die ICQ-Nummer als Identifikator, statt moderner Usernames oder E-Mail-Adressen.
Das Projekt ist im Kontext der Nostalgie-Welle interessant, die derzeit verschiedene Medien und Technologien erfasst. Gleichzeitig zeigt es, dass bestimmte IT-Systeme in der Community so beliebt sind, dass sie überleben, auch wenn die ursprünglichen Betreiber sie einstellen.
Für KMU und Geschäftsanwender ist ICQ Reborn eher eine Randnotiz. Moderne Businesskommunikation läuft über etablierte Plattformen wie Microsoft Teams, Slack oder Cisco Webex. Doch für nischige Nutzergruppen, Retrocomputing-Enthusiasten und Nostalgiker kann ICQ Reborn interessant sein. Die technische Lektion dahinter ist aber wertvoll: Offene Standards und Community-Engagement ermöglichen es, dass alte Systeme neues Leben erhalten, wenn professionelle Anbieter sich zurückziehen.
