Hamburg setzt sich für klare gesetzliche Rahmenbedingungen bezüglich Smart Glasses und anderer tragbarer Kamera-Geräte ein. Die Landesregierung fordert Verbote oder strenge Einschränkungen für die Nutzung solcher Geräte in Bädern, Duschen, Umkleidekabinen und öffentlichen Verkehrsmitteln. Dies ist eine proaktive Reaktion auf den wachsenden Markt für Augmented-Reality-Brillen und andere wearable Kameras.

Smart Glasses, insbesondere solche mit integrierten Kameras und Videofunktionen, werfen neue Datenschutz- und Privatspähren-Probleme auf. Anders als traditionelle Fotoapparate, die offensichtlich als Aufnahmegeräte erkennbar sind, können Smart Glasses unauffällig Foto- und Videoaufnahmen machen, ohne dass Umstehende dies bemerken. Dies schafft erhebliches Missbrauchs-Potential, besonders in privaten oder halböffentlichen Räumen wie Bädern, Umkleidekabinen oder Toiletten, wo Menschen eine berechtigte Erwartung auf Privatsphäre haben.

Das Problem wird durch die fehlende bundesweite Regelung verschärft. Aktuell gibt es in Deutschland kein explizites Verbot für solche Geräte in sensiblen Räumen, was zu Rechtsunsicherheit und Schutzmängeln führt. Hamburg möchte dies ändern und fordert die Bundesregierung auf, klare Regeln zu erlassen.

Für Unternehmen mit Fitnessstudios, Wellness-Einrichtungen, oder anderen Orten mit Privacy-Anforderungen ist dies ein wichtiges Thema. Sie könnten gesetzlich verpflichtet werden, entsprechende Hausordnungsregeln durchzusetzen. Dies könnte auch Konsequenzen für Büros mit offenen Grundrissen haben, wo Datenschutz ein zunehmendes Thema wird. Langfristig könnte dies auch Auswirkungen auf die Akzeptanz und Verbreitung von Augmented-Reality-Geräten haben, wenn deren Einsatzorte und -szenarien zu stark eingeschränkt werden.