Die Kieler Staatskanzlei von Schleswig-Holstein hat eine bemerkenswerte Transformation durchgeführt: Sie hat sich fast vollständig von Microsoft Windows und proprietärer Software befreit und auf Linux-Systeme migriert. Dieser Schritt ist Teil eines grösseren Bestrebens des Bundeslandes, digitale Souveränität zu stärken und Abhängigkeiten von Einzelanbietern zu reduzieren.

Die Migration ist nicht isoliert, sondern eingebettet in eine strategische Gesamtinitiative Schleswig-Holsteins zur Unabhängigkeit von proprietären Lösungen. Dies umfasst sowohl den Einsatz von Open-Source-Software als auch die Evaluierung und Reduzierung von Lizenzabhängigkeiten. Der Ansatz folgt europäischen Best Practices und Empfehlungen der EU zur digitalen Autonomie von Verwaltungen.

Linux bietet Verwaltungen und Organisationen erhebliche Vorteile: Volle Kontrolle über den Quellcode, keine Abhängigkeit von Lizenzzahlungen und Updatezyklen eines einzelnen Anbieters, sowie Transparenz bei Sicherheit und Datenschutz. Für eine öffentliche Verwaltung sind diese Aspekte von besonderer Bedeutung, da Bürgerdaten geschützt werden müssen und die Kontrolle über die IT-Infrastruktur kritisch ist.

Solche Migrationen sind technisch und organisatorisch anspruchsvoll. Sie erfordern umfangreiche Planung, Benutzertraining und eine sorgfältige Auswahl von kompatiblen Anwendungen. Desktop-Umgebungen wie GNOME oder KDE müssen den Anforderungen entsprechen, und viele Spezialanwendungen müssen auf Linux-Äquivalente oder webbasierte Lösungen migriert werden.

Für Schweizer KMU könnte dieses Beispiel relevant sein, nicht zwingend zur vollständigen Migration, sondern als Demonstration der Machbarkeit und der Sicherheitsvorteile von Open-Source-Ansätzen. Ein selektiver Einsatz von Linux etwa für Server, Netzwerk-Infrastruktur oder bestimmte geschäftskritische Anwendungen könnte Kosten senken und Sicherheit erhöhen.