Die anhaltende Speicherkrise am globalen Halbleitermarkt hat nun auch Kleincomputer wie Raspberry Pi erreicht. Bislang waren diese preisgünstigen Single-Board-Computer durch ihre Kostenstruktur weitgehend vor Preiserhöhungen geschützt. Das ändert sich jetzt: Selbst die kleineren Raspberry-Pi-Modelle werden teurer, da die Hersteller nicht länger an den steigenden RAM-Kosten vorbeikommen.

Parallel dazu zeigt sich die Situation auch bei spezialisierter KI-Hardware. Nvidia reagiert auf die angespannte Marktsituation mit einer neuen Strategie: Die kommende Version des DGX Spark, eines kompakten KI-Arbeitsplatzes für Entwickler und kleinere Unternehmen, wird mit reduziertem RAM-Ausstattung angeboten. Dies ist ein pragmatischer Ansatz, um das System erschwinglicher zu halten und überhaupt noch Produktion und Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie tiefgreifend die globale Speicherkrise Elektronik-Projekte auf allen Ebenen beeinflusst. Während High-End-Server und Workstations schon lange mit Verteuerungen zu kämpfen haben, zeigt sich jetzt, dass auch Einstiegsprodukte für Entwicklung, Bildung und kleine Automatisierungsprojekte betroffen sind. Für KMU-Umgebungen bedeutet dies, dass Investitionen in Prototyping, IoT-Projekte und KI-Experimente teurer werden.

Fachleute rechnen damit, dass die Speicherpreise noch Monate oder sogar Jahre auf erhöhtem Niveau bleiben könnten. Unternehmen sollten deshalb bei Planung neuer Hardware-Projekte mit längeren Vorlaufzeiten und höheren Budgets rechnen. Wer solche Anschaffungen plant, sollte zeitnah reagieren, bevor die Preise weiter anziehn oder Verfügbarkeiten knapper werden.