Der Schweizer Mobilfunkmarkt wird von Swisscom dominiert, die einen erheblichen Marktanteil hält. Die beiden Konkurrenten Salt und Sunrise versuchen nun, ihre Position durch eine enge Zusammenarbeit zu stärken. Sie kündigten eine umfassende Netzallianz an, die eine gemeinsame Nutzung der Antenneninfrastruktur vorsieht.
Diese Allianz hat mehrere Vorteile. Zunächst können die beiden Unternehmen ihre Antennenstandorte effizienter nutzen. Anstatt dass jedes Unternehmen seine eigenen Türme und Antennen bauen und warten muss, können sie sich eine gemeinsame Infrastruktur teilen. Dies spart Kosten und ermöglicht eine schnellere Expansion, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo die Rentabilität einzelner Netze fragwürdig ist.
Technisch bedeutet dies, dass beide Unternehmen auf derselben physischen Infrastruktur ihre jeweiligen Netze betreiben. Jedes Unternehmen behält seine eigene Netzidentität, seinen eigenen Markennamen und seine eigenen Kundenbeziehungen. Auf der Infrastruktur-Ebene gibt es aber eine gemeinsame Basis.
Eine solche Allianz ist nicht nur kostensparend, sondern verbessert auch die Netzqualität. Mit gemeinsamen Ressourcen können beide Unternehmen schneller modernisieren und neue Technologien wie 5G flächendeckend einführen. Dies kommt letztlich auch den Kunden zugute.
Aus regulatorischer Perspektive ist solch eine Allianz interessant. Die Schweizer Regulierungsbehörden müssen genehmigen, ob diese Massnahme den Wettbewerb ausreichend bewahrt. Der Gedanke ist, dass zwei zusammen immer noch weniger mächtig sind als die dominante Swisscom, aber signifikant stärker als einzeln.
Für Schweizer Unternehmen und IT-Dienstleister ist dies relevant, da eine bessere Netzabdeckung und -qualität durch Salt und Sunrise die Verfügbarkeit von mobilen Daten- und Sprachdiensten verbessern kann. Kunden, die bisher auf Swisscom angewiesen waren, bekommen nun echte, leistungsstarke Alternativen. Dies könnte auch zu besserer Preiskonkurrenz führen.
