Die beliebte Online-Schach-Plattform Chess.com ist Opfer eines umfangreichen Datendiebstahls geworden. Unbekannte Angreifer haben mit Hilfe von automatisiertem Web-Scraping etwa 4,7 Millionen Datensätze von der Plattform abgezogen. Diese Daten wurden anschliessend dem Have-I-Been-Pwned-Projekt (HIBP) hinzugefügt, einer bekannten Datenbank, die kompromittierte Informationen sammelt und öffentlich macht.
Web-Scraping ist eine Technik, mit der Daten systematisch und automatisiert von Webseiten extrahiert werden. In diesem Fall wurde sie missbraucht, um Benutzerdaten zu sammeln, ohne dass Chess.com die Datenabflüsse verhindern konnte oder diese möglicherweise nicht einmal bemerkte.
Die betroffenen Datensätze könnten Benutzernamen, E-Mail-Adressen und möglicherweise weitere Profilinformationen enthalten. Für Nutzer besteht die Gefahr von Phishing-Angriffen, gezielter Spam oder weiteren Sicherheitsrisiken, wenn diese Informationen an andere kriminelle Akteure weitergegeben werden.
Das Incident ist für IT-Verantwortliche ein Erinnerungswert: Web-Scraping stellt ein konstantes Risiko dar, besonders wenn Plattformen öffentliche oder halbpublische Daten anbieten. Unternehmen sollten ihre Systeme mit Bot-Detection ausstatten, Rate-Limiting implementieren und Zugriffsmuster überwachen. Für Nutzer-KMUs ist dies ein Anlass, ihre Mitarbeiter zu sensibilisieren, dass bei Datenlecks angemeldete Passwörter geändert werden sollten, auch wenn das Passwort selbst nicht in den Daten enthalten war.
