Googles KI-Übersichten (auch "AI Overviews" genannt) sind eine neue Funktion in der Google-Suche, die auf Basis von KI automatisch Antworten auf Suchfragen zusammenfasst, statt nur Links anzuzeigen. Dies hat eine wichtige Frage aufgeworfen: Wer besitzt die Inhalte, die in diesen KI-Übersichten verwendet werden, und sollten die Inhalteanbieter dafür bezahlt werden?
Google hat auf dieses Thema reagiert und begonnen, Publisher zu bezahlen, deren Inhalte in KI-Übersichten verwendet werden. Nach bekannten Informationen sind etwa 100 Publisher in diesen Vereinbarungen enthalten. Dies ist ein wichtiges Signal: Google erkennt an, dass die Verwendung urheberrechtlich geschützter Inhalte durch KI eine Art Lizenzgebühr rechtfertigt.
Allerdings zeigt sich bei den Zahlungen ein grosses Problem: Die Vergütungen sind anscheinend sehr ungleich verteilt. Einige Publisher erhalten deutlich mehr als andere für vergleichbar umfangreiche Nutzung ihrer Inhalte. Dies deutet darauf hin, dass die Verhandlungen zwischen Google und einzelnen Publishern zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben, je nach Verhandlungsmacht und Position des Publishers.
Dies wirft Fragen über die Nachhaltigkeit des Modells auf. Kleinere Publisher haben weniger Verhandlungsmacht als grosse, etablierte Medienkonzerne. Dies könnte zu einer weiteren Konzentration der Medienlandschaft führen: Grosse Player erhalten faire Kompensation, während kleinere Player unterkompensiert werden oder gar nicht in die Programme aufgenommen werden.
Für KMU-Dienstleister und ihre Kunden ist dieses Thema von Bedeutung, wenn sie selbst Content-Anbieter sind oder mit Content-Anbietern arbeiten. Erstens müssen Unternehmen verstehen, dass ihre Inhalte in KI-Systeme eingehen, oft ohne explizite Erlaubnis. Zweitens sollten sie überlegen, ob ihre Inhalte wertvoll genug sind, um mit Google oder anderen Plattformen zu verhandeln. Drittens zeigt dieses Szenario, dass die KI-Ökonomie noch nicht geklärt ist und sich weiter entwickelt. Unternehmen sollten sich mit diesen Fragen auseinandersetzen, bevor sie zu viel ihrer wertvollen Inhalte kostenlos in KI-Systeme einspeisen. Langfristig werden standardisierte Lizenzmodelle entstehen, aber derzeit ist die Lage noch im Fluss.
