Die Europäische Union hat ein ehrgeiziges Regelwerk für die Transparenz von Produktqualitäten eingeführt. Seit Mitte 2025 müssen Smartphon-Hersteller ein erweitertes Energielabel anbringen, das nicht nur den Stromverbrauch anzeigt, sondern auch die Reparierbarkeit des Geräts bewertet. Ziel ist es, Konsumenten informed zu machen und Reparaturen zu fördern.

Das Label berücksichtigt mehrere Faktoren, die bestimmen, wie einfach oder schwierig es ist, ein Smartphone zu reparieren. Dazu gehören die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, die Kosten für diese Teile, die Einfachheit des Reparaturvorgangs selbst und die Verfügbarkeit von Reparaturanleitungen. Ein höheres Reparierbarkeits-Rating bedeutet, dass Verbraucher das Gerät leichter selbst oder mit externer Unterstützung reparieren können, statt es wegzuwerfen.

Eine aktuelle Analyse zeigt jedoch, dass die Umsetzung dieser Regulierung mangelhaft ist. Von fünf untersuchten Smartphones tragen vier ein unvollständiges oder fehlendes Reparierbarkeits-Label. Dies bedeutet, dass Verbraucher oft nicht die Informationen erhalten, die sie für eine informierte Kaufentscheidung benötigen. Viele Hersteller scheinen wenig Interesse daran zu haben, ihre Geräte als leicht zu reparieren zu positionieren.

Dies ist möglicherweise ein bewusstes Geschäftsmodell. Hersteller, die schwer zu reparierende Geräte herstellen, zwingen Verbraucher faktisch zum Neukauf, wenn etwas beschädigt wird. Dies ist wirtschaftlich vorteilhaft für den Hersteller, aber schlecht für Verbraucher und die Umwelt.

Die EU-Regulierung versucht, diesen Anreizen entgegenzuwirken. Allerdings zeigt sich, dass Regulierung allein nicht ausreicht, wenn die Durchsetzung schwach ist. Eine stärkere Kontrolle und Sanktionierung von nicht-konformen Herstellern wäre notwendig. Für Verbraucher und KMU ist dies ein Lehr-Beispiel: Bei der Auswahl von Geräten sollte auf Reparierbarkeit und Lebensdauer geachtet werden, da diese wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller sind als häufige Neukäufe.