Cisco hat Sicherheitswarnungen für mehrere Produktlinien veröffentlicht, die kritische Schwachstellen in IP-Telefonen, Nexus-Switches und anderen Netzwerk-Infrastruktur-Komponenten betreffen. Besonders besorgniserregend sind die Lücken in den hochperformanten Nexus-9000-Switches, die in vielen Unternehmens- und Rechenzentrumsumgebungen als zentrale Netzwerk-Knoten eingesetzt werden.
Die identifizierten Schwachstellen ermöglichen es Angreifern in einigen Fällen, Administrator-Rechte oder sogar Root-Zugriff auf betroffene Geräte zu erlangen. Dies würde einem Angreifer vollständige Kontrolle über das jeweilige Netzwerk-Gerät geben. Von dieser Position aus können dann weitere Systeme im Netzwerk angegriffen, Datenverkehr abgegriffen oder Konfigurationen manipuliert werden. Die Gefährdung erstreckt sich damit deutlich über das einzelne Gerät hinaus auf die gesamte Infrastruktur.
Cisco hat entsprechende Patches bereitgestellt, wobei die Severity-Bewertung teilweise im kritischen Bereich liegt. Besonders bei älteren oder bereits veralteten Geräten können Updates möglicherweise schwierig sein oder werden nicht mehr angeboten. Dies zwingt viele Organisationen, ihre Hardware-Upgrade-Zyklen zu überdenken.
Für KMU ist dieser Befund relevant, auch wenn kleinere Firmen oft nicht mit Nexus-9000-Switches arbeiten. Allerdings nutzen viele Mittelständler Cloud-Services oder Hosting-Provider, die auf solcher Infrastruktur aufbauen. Zudem sollte jedes Unternehmen seine eigene Cisco-Hardware inventarisieren und zeitnah aktualisieren. Ein Patch-Management für Netzwerk-Komponenten ist genauso wichtig wie für Server und Workstations, wird aber oft vernachlässigt. Die Sicherheitspatches sollten eingeplant und durchgeführt werden, um das Risiko einer Netzwerk-Kompromittierung zu minimieren.
